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Schlagwortkatalog Wasser

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A

  • Abbaubarkeit, biologische:
    gibt an, wie schnell ein Stoff durch Organismen in seine Komponenten zerlegt werden kann; wir unterscheiden zwischen leicht abbaubaren, schwer abbaubaren und nicht bzw. nur unvollständig abbaubaren Stoffen; der Grad der biologischen Abbaubarkeit ist davon abhängig, ob alle für den Abbau notwendigen Enzyme (Biokatalysatoren) in ausreichendem Maß vorhanden sind; für vom Menschen synthetisch hergestellte Stoffe gilt oft, dass Enzyme für den Abbau fehlen und die Stoffe dadurch besonders haltbar sind (z. B. viele "Kunststoffe").
     
  • Abfluss:
    Ist jener Teil des Niederschlages, der nicht verdunstet; es fließt nur ein Teil des Niederschlages oberirdisch ab, der Rest versickert und kommt unterirdisch und zwar verzögert zum Abfluss; für viele wasserwirtschaftlichen Planungen ist es unerlässlich, den Abfluss an einer bestimmten Stelle zu kennen (z.B. Q95-Abfluss).
     
  • Abflussjahr:
    Einjähriger nach hydrologischen Gesichtspunkten festgesetzter Zeitraum der Abflussbeobachtung.
     
  • Abundanz:
    Flächen- oder raumbezogene Anzahl von Organismen; bzw. die Artendichte einer Pflanzen- bzw. Tiergesellschaft (absolute Abundanz).
     
  • Abwässer:
    Jedes Wasser wird durch menschlichen Gebrauch, unabhängig vom Verschmutzungsgrad automatisch zu Abwasser; als Abwasserquellen werden unterschieden: Haushalte etc. (kommunales Abwasser), Gewerbe- und Industriebetriebe (industrielles Abwasser) und unter bestimmten Umständen auch Niederschlagswässer (Meteorwässer). Reinigung der Abwässer geschieht mechanisch, biologisch und chemisch
    Abwasserreinigung.
     
  • Abwasserpilz:
    Sphaerotilus
     
  • Abwasserreinigung, allgemein:
    Alle Verfahren zur Reinigung von Abwässern haben den Zweck die organische bzw. anorganische Schmutzfracht soweit zu vermindern, dass keine nachhaltigen negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind; wir unterscheiden physikalische Verfahren (etwa Kühlung etc.), chemische Verfahren (z. B. Fällungen) und biologische Verfahren (z. B. Belebtschlammverfahren).
     
  • Abwasserreinigung, biologische:
    Im Gegensatz zur mechanischen und chemischen Reinigung sind Organismen die Hauptakteure des Reinigungsprozesses. Abwasserinhaltsstoffe werden nicht nur eliminiert, sondern auch abgebaut und in Biomasse umgewandelt. Das Ziel ist eine weitestgehende Mineralisation der Schmutzstoffe, was zumindest teilweiser aerober Milieubedingungen bedarf. Deshalb sind Belüftungseinrichtungen ein Charakteristikum der biologischen Reinigungsstufe. Es gibt unzählige biologische Reinigungsverfahren, wie etwa das Belebtschlammverfahren oder das Tropfkörperverfahren. Innerhalb dieser beiden Verfahren gibt es wieder unterschiedlichste Ausführungsvarianten. Auch naturnahe Reinigungsverfahren wie Pflanzenkläranlagen und Abwasserteiche sind biologische Reinigungsverfahren.
     
  • Abwasserreinigung, chemische:
    Chemische Reinigungsverfahren werden einerseits eingesetzt, um Abwässer aus vor allem Produktionsbetrieben (industrielles bzw. gewerbliches Schmutzwasser) aufzubereiten (Neutralisation, Fällung usw.), aber auch um biologisch gereinigte Abwässer einer weitergehenden Reinigung zu unterziehen (3. Reinigungsstufe; z. B. Phosphatfällung).
     
  • Abwasserreinigung, mechanische:
    Das Abwasser soll in erster Linie von mitgeführten Partikeln befreit werden, durch: Rechen für grobe Schwebstoffe, Sandfänge für grobe Sinkstoffe, Fettfänge für Schwimmstoffe, Absetzbecken (Vorklärbecken) für feinere suspendierte Stoffe, Flotationsbecken (durch Einblasen von Luft oder Beigabe von Flockungsmitteln schwimmen suspendierte Stoffe auf), Filtration. Die mechanische Reinigung wird auch als 1. Reinigungsstufe bezeichnet.
     
  • Abwasserteich:
    Naturnahes biologisches Abwasserreinigungsverfahren. Unterschiedlichste Bautypen (belüftet, unbelüftet usw.).
     
  • Abwasserverregnung:
    Landwirtschaftliche Verwertung von Abwasser. Das geklärte Abwasser wird mit einer Beregnungsanlage versprüht Abwasserreinigung.
     
  • Abwasserverrieselung:
    Landwirtschaftliche Verwertung von Abwasser. Steht ein ausreichendes Gefälle zur Verfügung, dann tritt das Abwasser aus dem Zuleitungsgraben auf das Rieselfeld über und rieselt hangabwärts zu den tiefer gelegenen Ableitungsgräben. Bei unzureichendem Gefälle gelangt es auf dem Rieselfeld in gezogene Furchen, in denen es versickert.
     
  • Adsorption:
    Die Anlagerung von Stoffen an die Oberfläche fester Körper (Adsorbens) durch molekulare Bindungskräfte.
     
  • Algenblüte:
    In einem vermehrt mit Nährstoffen angereicherten Gewässer auftretendes massenhaftes Wachstum von Algen.
     
  • Altarm:
    Ehemaliger Flussarm, der nicht mehr regelmäßig durchflossen wird.
     
  • Ammonium (Ammoniak) NH4+ (NH3):
    wird als Zwischenprodukt beim Abbau Stickstoff-haltiger organischer Substanz gebildet; Ammoniak ist ein starkes Fischgift.
     
  • AOX (adsorbierbares organisches Halogen):
    Ist ein organischer Summenparameter und erfasst alle Halogene (etwa Chlor, Jod, Brom), die in organischer Verbindung vorliegen und sich im Analyseverfahren an Aktivkohle adsorbieren; die Angabe erfolgt in µg/L Chlorid.
     
  • aquatisch:
    Das Wasser betreffend; Bezeichnung für Organismen, die im Wasser leben.
     
  • Aquifer:
    Grundwasserleiter
     
  • Artesischer Brunnen:
    Brunnen, in dem das Wasser selbständig aufsteigt, da in der angebohrten Wasserader Überdruck herrscht.
     
  • Aufwuchs:
    Belag aus meist mikroskopisch kleinen Organismen, der die Oberfläche von Substraten (z.B. Steine, Holz) überzieht und sich vorwiegend aus Bakterien, Wimpertierchen (Ciliaten) und Algen zusammensetzt.
     
  • autotrophe Organismen:
    Organismen, die zu ihrer Ernährung keine organische Substanz benötigen, sondern selbst aus anorganischen Stoffen organische aufzubauen vermögen. Gegensatz: heterotroph

B                                                      Seitenanfang

  • Belebtschlamm:
    Dichte Suspension von organischen Partikeln, Bakterien und Ciliaten (Wimpertierchen) usw. in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, wobei die suspendierten Teilchen durch das Einblasen von Luft in Schwebe gehalten werden (Belebtschlammverfahren). Pilze und langkettige Fadenbakterien sind nicht erwünscht, da sie das Absetzvermögen des Belebtschlammes empfindlich stören.
     
  • Benthal:
    Lebensraum des Gewässerbodens bzw. die Bodenzone eines Gewässers.
     
  • Benthos:
    Lebensgemeinschaft des Gewässerbodens.
     
  • Bioakkumulation:
    die Anreicherung v.a. von giftig wirkenden anorganischen und organischen, auch von radioaktiven Substanzen in Organismen oder in bestimmten Teilen eines Ökosystems nach Aufnahme aus der Luft, dem Boden und dem Wasser. Bedeutsam ist die Bioakkumulation in den Endgliedern von Nahrungsketten, z.B. besonders diejenige von für den Menschen schädlichen Schwermetallen und Schädlingsbekämpfungsmitteln.
     
  • Bioaktivität:
    Die durch die Aktivität lebender Organismen bedingte Stoffumsatzintensität im Gewässer.
     
  • Biochemischer Sauerstoffbedarf, BSB:
    Sauerstoffmenge, die für den aeroben mikrobiellen Abbau organischer Substanzen benötigt wird. Gewöhnlich als BSB5 für den Abbau in den ersten fünf Tagen bei einer Temperatur von 20°C angegeben.
     
  • Bioindikatoren:
    Bezeichnung für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, deren Vorkommen oder leicht erkennbares Verhalten sich mit bestimmten Umweltverhältnissen so eng korrelieren lässt, dass man sie als Zeiger zur Beurteilung des Boden-, Gewässer- oder Luftzustandes verwenden kann.
     
  • biologische Abbaubarkeit:
    Eignung einer organischen Substanz durch Mikroorganismen zersetzt zu werden.
     
  • Biomasse:
    Flächen-, Substratmassen oder volumenbezogene Masse von Organismen.
     
  • Biomonitoring:
    Durch Beobachtung von Organismen, die in einem bestimmten Raum leben, wird auf Belastungen des Lebensraumes geschlossen, z. B. über Fischmonitor wird auf toxische Wasserinhaltsstoffe geschlossen.
     
  • Biotop:
    Lebensraum einer Biozönose von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit (z.B. Hochmoor, Teich, Höhle). Der korrekte Artikel ist der Biotop.
     
  • Biozönose:
    Lebensgemeinschaft von Organismenarten, die untereinander und mit der Umwelt in Wechselwirkung stehen.
     
  • Brutto-Produktion:
    Produktion
     
  • BSB:
    Biochemischer Sauerstoffbedarf
      
  • Buhnen:
    Wasserbauliches Element. Dammartige Baukörper, die vom Ufer aus in das Gewässer hineinragen. Dadurch wird die Strömung gelenkt.

C                                                      Seitenanfang

  • Chemischer Sauerstoffbedarf, CSB:
    Menge an Sauerstoff, die zur chemischen Oxidation der anorganischen und organischen Stoffe im Wasser benötigt wird. Der CSB ist immer größer als der BSB.
     
  • Chlorierte Kohlenwasserstoffe, CKW:
    Gruppe chemischer Verbindungen, die sich von den Kohlenwasserstoffen durch Ersatz eines oder mehrerer Wasserstoffatome durch Chloratome ableiten.
    CKW werden in der chemischen Industrie in großem Umfang hergestellt und vor allem als Zwischenprodukte bei der Herstellung zahlreicher Erzeugnisse verwendet (z.B. Vinylchlorid als Ausgangsmaterial für PVC). Weiters zählen zu den CKWs Lösungsmittel (z.B. Trichlor- und Perchlorethylen), viele Schädlingsbekämpfungsmittel (u.a. DDT), Unkrautvernichtungsmittel und die polychlorierten Biphenyle (PCB). Bei all diesen Verbindungen handelt es sich um mehr oder weniger giftig wirkende Substanzen. Manche CKW gelten als krebserregend.
    Viele CKW besitzen eine hohe Persistenz und können über Nahrungsketten angereichert werden.
     
  • Chlorophyll:
    wichtigster und häufigster pflanzlicher Farbstoff, der in allen photosynthetisch aktiven Organismen enthalten ist und die Aufgabe hat, die Sonnenlichtenergie aufzunehmen;
    Bestimmungen des Chlorophyllgehaltes sind gängige Methoden zur Abschätzung des Trophiegrades eines Gewässers
     
  • Choriotop:
    Teillebensraum, der einem bestimmten Strukturtyp zugeordnet ist. Die Choriotope einer Gewässerstrecke sind meist mosaikartig miteinander verflochten. Es wird zwischen natürlichen und künstlichen Choriotopen unterschieden. Künstliche Choriotope sind z. B. Betonwände und andere harte Verbauungen. Natürliche Choriotope in Fließgewässern sind unter anderem das Lithal (Steinsubstrat), Akal (Fein- bis Mittelkies), Psammal (Sand), Pelal (Schlamm), Xylal (Totholz) usw.
     
  • CKW:
    Chlorierte Kohlenwasserstoffe
     
  • CSB:
    Chemischer Sauerstoffbedarf

D                                                      Seitenanfang

  • Denitrifikation:
    biogene (d. h. durch Lebewesen bewirkte) Reduktion oxidierter Stickstoffverbindungen (Nitrat, Nitrit) zu elementarem Stickstoff, der vom Gewässer bzw. der Abwasserreinigungsanlage an die Luft entweicht; für die Denitrifikation sind ganz bestimmte Bakterien, die sogenannten Denitrifikanten (z. B. Bacterium denitrifikans, bestimmte Pseudomonas-Arten) verantwortlich; diese Denitrifikanten verwenden für ihre Atmung an Stelle des Luftsauerstoffs den Sauerstoff aus der oxidierten Stickstoffverbindung; Denitrifikation findet daher in anoxischen Zonen statt; durch die künstliche Schaffung sauerstofffreier Bereiche in Belebungsbecken wird die Denitrifikation gezielt zur Stickstoffelimination eingesetzt
     
  • Destruenten:
    Organismen, die tote organische Stoffe abbauen und mineralisieren. Überwiegend heterotrophe Bakterien und Pilze.
     
  • Detergenzien:
    Tenside
     
  • Detritus:
    Gesamtheit der toten organischen Partikel, die im Wasser schweben oder am Grund des Gewässers abgelagert sind
     
  • Dichteanomalie:
    Besonderheit des Wassers, die darin besteht, dass es bei 4°C seine größte Dichte besitzt und sich beim Gefrieren ausdehnt.
    Die Dichteanomalie ist ein wichtiger ökologischer Faktor: 1. Das Tiefenwasser der Seen kann nicht kälter sein als Wasser beim Dichtemaximum. 2. Die Gewässer frieren von der Oberfläche her zu und die schwimmende Eisdecke schützt die tieferen Teile vor dem Zufrieren.
     
  • Dimiktischer See:
    Ein See, in dem im Jahreslauf zwei Zirkulationen auftreten, die zu einer Teil - oder Volldurchmischung der vertikalen Wasserschichten führen. Meist im Frühjahr und Herbst.
     
  • Direkteinleiter:
    Abwasseremittent, der seine gereinigten bzw. ungereinigten Abwässer direkt in einen Vorfluter abgibt.
     
  • Diversität:
    Maß für die Vielfalt der Arten in einer Lebensgemeinschaft unter Berücksichtigung der Individuenhäufigkeit.
     
  • DOC (dissolved organic carbon, gelöster organisch gebundener Kohlenstoff):
    er bildet zusammen mit dem ungelösten organisch gebundenen Kohlenstoff (particulate organic carbon, POC) und dem flüchtigen organisch gebundenen Kohlenstoff (volatile organic carbon, VOC) den organisch gebundenen Gesamtkohlenstoff (total organic carbon, TOC), als organischer Summenparameter weist er auf die im Wasser gelöste organische Substanz hin; das Verhältnis CSB/DOC wird als spezifischer Sauerstoffbedarf bezeichnet.
     
  • Dominanz:
    Maßzahl zur Erfassung der relativen Häufigkeit einer Pflanzen - oder Tierart an der Untersuchungsstelle. Es wird unterschieden zwischen a) dem prozentuellen Anteil der Individuen einer taxonomischen Einheit (bzw. der von einer taxonomischen Einheit bedeckten Fläche) an der Gesamtzahl der Individuen (bzw. an der Gesamtfläche) b) dem prozentuellen Anteil der Biomasse einer Art an der Gesamtbiomasse.
     
  • Drainage:
    Entwässerung des Bodens durch Röhren - oder Grabensysteme.
     
  • Drift:
    Gesamtheit der in einem Fließgewässer mit der fließenden Welle transportierten Partikeln; als organische Drift werden dabei die transportierten organischen Stoffe bezeichnet, als organismische Drift der Transport lebender Organismen; letztere zeigt eine ausgesprochen Tagesperiodik entsprechend der Tagesaktivität der Organismen, mit einem Maximum in den Nachtstunden; die organismische Drift ist nicht nur das Resultat von Unglücksfällen (Katastrophendrift), sondern auch ein gezielt eingesetzter Mechanismus, um etwa neue Nahrungshabitate zu erreichen oder Fressfeinden zu entkommen.
     
  • Durchfluss:
    Wassermenge, die pro Zeiteinheit ein geschlossenes Gerinne durchfließt (Abfluss: Wie Durchfluss, nur in einem offenen Gerinne).

E                                                      Seitenanfang

  • Eigenüberwachung
    In der Eigenüberwachung wird die Beschaffenheit des Abwassers durch das verantwortliche Kläranlagen-Betriebspersonal selbst durchgeführt. Sie dient zur Überwachung der Reinigungsprozesse und Reinigungswirkung. Die Messergebnisse sowie eventuell auftretende Betriebsstörungen werden in Betriebsprotokollen dokumentiert. 
     
  • Einwohnergleichwert (EGW):
    ist die Menge an Sauerstoff, die für den aeroben Abbau der organischen Abfallstoffe, die ein Mensch im Laufe eines Tages produziert, erforderlich ist. Angegeben wird der EGW in BSB5 bei 20°C. Die von einem Einwohner (E) pro Tag (d) abgegebene organische Schmutzfracht wurde bei einer Abwassermenge von 200 L/d mit 60 g BSB5 ermittelt. Über die Berechnung des EGW können Abwässer unterschiedlichster Herkunft und qualitativer Zusammensetzung miteinander verglichen werden, was v. a. für die Bemessung von Kläranlagen wichtig ist.
     
  • Einzugsgebiet:
    Fläche innerhalb der Wasserscheiden.
     
  • Elektrische Leitfähigkeit:
    Ist die Maßzahl für die im Wasser gelösten Elektrolyte (Anionen , Kationen). Die elektrische Leitfähigkeit ist abhängig von der Menge der Wasserinhaltsstoffe und deren Mineralisationsgrad.
     
  • Emission:
    das Ablassen oder Ausströmen fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe aus Anlagen oder technischen Abläufen, welche die Luft, das Wasser oder andere Umweltbereiche verunreinigen; auch Bezeichnung für die auf diese Weise abgegebenen Stoffe selbst.
    Verursacher von Emissionen werden Emittenten genannt. Emissionen führen in der Umwelt zu Immissionen.
     
  • Emittent:
    Emission
     
  • Enzyme (Biokatalysatoren):
    Gruppe von Proteinen (Eiweißen), die biochemische Prozesse beschleunigt. Sie sind entscheidend am biologischen Abbau von Materie beteiligt.
     
  • EOX (extrahierbare organisch gebundene Halogene):
    Darunter versteht man alle organisch gebundenen Halogene (Chlor, Brom, Jod), die mittels Pentan, Hexan oder Heptan extrahierbar sind. Die Angabe erfolgt in µg/L Chlorid.
     
  • Epilimnion:
    Oberste Wasserschicht eines Sees während der Sommerstagnationsphase.
     
  • Escherichia Coli:
    Darmbewohnendes Bakterium, gramnegativ, nicht sporenbildend; stäbchenförmig; der Nachweis von Escherichia coli in einer Wasserprobe ist ein Hinweis auf eine fäkale Verunreinigung.
     
  • eutroph:
    Eigenschaft eines Gewässers, das durch ein massives Wachstum autotropher Pflanzen gekennzeichnet ist; die Ursache der hohen autotrophen Produktion ist ein hohes Angebot an verfügbaren Nährstoffen, insbesondere von Phosphor.
     
  • Eutrophierung:
    Die natürliche oder künstliche Erhöhung der pflanzlichen Produktion eines Gewässers durch Anreicherung von Nährstoffen. Entscheidend ist dabei die Einbringung von Phosphorverbindungen. Durch übermäßiges Nährstoffangebot wird das Wachstum von Primärproduzenten (vor allem Algen) begünstigt. Das bewirkt auch eine starke Vermehrung der Konsumenten. Sind die Nährstoffe aufgebraucht, sterben Algen und Konsumenten ab und werden von den Destruenten abgebaut. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Wenn die Abbauprozesse den im Gewässer vorhandenen Sauerstoff aufzehren, geht der weitere Abbau in anaerobe (sauerstofffreie) Gärung (Fäulnis) über. Dies nennt man "Umkippen" des Gewässers.

F                                                      Seitenanfang

  • Fäkalien:
    Sammelbezeichnung für menschliche und tierische Ausscheidungen (Kot, Harn).
     
  • Fällung:
    Chemisches Verfahren zur Überführung gelöster Verbindungen in schwer lösliche Verbindungen durch Zugabe geeigneter Chemikalien.
    Fällungsreaktionen werden angewandt: 
     -  zur Abtrennung von gelösten Metallionen 
     -  zur Abscheidung von Phosphaten
     
  • Faschinen:
    Ingenieurbiologisches Bauelement, verwendet im naturnahen Wasserbau. Zusammengebundene Zweig- oder Rutenbündel, meist von Weiden (gut ausschlagsfähig).
     
  • Faulschlamm, Sapropel:
    faulende Ablagerungen von fein zersetzten pflanzlichen und tierischen Resten am Grunde mancher stehender Gewässer; Dunkelfärbung durch reduzierende Bedingungen (Sauerstoffarmut) und Geruch nach Schwefelwasserstoff ("faule Eier").
     
  • Faulturm:
    Der Faulturm (Bestandteil einer Abwasserreinigungsanlage) ist ein etwa 25 Meter hoher eiförmiger Behälter aus Beton, in den der Schlamm aus dem Voreindicker sowie der Primärschlamm aus der Vorklärung eingetragen wird.
    In einem anaeroben Milieu, d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff, wird der organische Anteil im Schlamm durch bakteriologische Faulung um etwa 50% reduziert.
     
  • Feuchtgebiete:
    Lebensräume, deren Erscheinungsbild und deren Pflanzen - und Tierwelt wesentlich vom Wasser geprägt sind. z.B. Sümpfe, Moore, Feuchtwiesen.
     
  • Fischaufstiegshilfen (FAH):
    Alle technischen Einrichtungen, die Fischwanderungen an Unterbrechungen des Fließgewässerkontinuums, wie Wehranlagen, gewährleisten sollen. Die Ausführungsweisen können rein technisch (z. B. Fischlifte) bis sehr naturnah (z. B. bachähnliche Umgehungsgerinne) sein. Das Ziel sollte sein, dass nicht nur Fischwanderungen möglich sind, sondern auch der Bodentierwelt ein Aufsteigen ermöglicht wird.
     
  • Fischregionen:
    Charakteristische Längszonierung von Fließgewässern nach der Artenzusammensetzung der auftretenden Fischfauna. Wir unterscheiden typischerweise zwischen einer oberen und unteren Forellenregionen (Leitfischart: Bachforelle), der Äschenregion (Leitfischart: Äsche), der Barbenregion (Leitfischart: Barbe), der Brachsenregion (Leitfischarten: Brachse, Schleie, Karpfen etc.) und der Kaulbarsch-Flunderregion (Brackwasser, bereits vom Meer beeinflusst).
     
  • Fischsterben:
    großräumige Dezimierung bzw. Vernichtung der Fischpopulationen durch negative Umwelteinflüsse, etwa nach Einleitung giftiger Abwässer. Punktuelles Absterben von Fischen bildet noch kein Fischsterben.
     
  • Fließgeschwindigkeit:
    Geschwindigkeit des Wassers an einem bestimmten Punkt des Gewässers.
     
  • Fließgewässer:
    Ständig oder zeitweise fließendes oberirdisches Gewässer. Fließgewässer sind nach oben und unten offene Systeme. Es besteht hier kein innerer Kreislauf des Wassers und der Nährstoffe (Unterschied zu stehenden Gewässern) , sondern ein zur Mündung hingerichteter Transport. Auch die Milieufaktoren (biologische, chemische, physikalische) ändern sich nicht wie beim See vertikal, sondern von der Quelle stromabwärts.
     
  • freie Welle:
    Fließende Welle: gesamter in Fließrichtung bewegter Wasserkörper im Gewässerbett.
     
  • Fremdüberwachung
    Die  Fremdüberwachung ist dem Kläranlagenbetreiber gesetzlich vorgeschrieben. Der Wasserberechtigte muss diese Untersuchung auf seine Kosten von einer autorisierten Untersuchungsanstalt durchführen lassen. Bei der Fremdüberwachung wird das Maß der Einwirkung auf ein Gewässer sowie der Betriebszustand und die Wirksamkeit der bewilligten Abwasserreinigungsanlage überprüft.  
     
  • Furkation:
    Verzweigter Flusslauf. Typische Erscheinungsform von stark geschiebeführenden Fließgewässern. Das Gewässer spaltet sich in mehrere Läufe auf, wobei sich deren Lage ständig ändert (hohes Bettbildungspotential).
     
  • Furt:
    Strömungsbedingte Flachstelle in einem Fließgewässer, etwa bei Aufweitungen
 

G                                                      Seitenanfang

  • Geschiebe:
    die am Grund eines Fließgewässers rollend oder schiebend mitgeführten Steine, Kiese und Sande bis zu einem Durchmesser von 0,63 mm.
     
  • Gewässerbeschaffenheit:
    Beschreibung der Eigenschaften eines Gewässers durch physikalische, chemische, mikrobiologische und biologische Parameter sowie morphologische, hydrographische (etc.) Begriffe.
     
  • Gewässergüte:
    nutzungsbezogene Bewertung der Gewässerbeschaffenheit, etwa badewasserbezogene Gewässergüte, trinkwasserbezogene Gewässergüte. Der Bereich der biologischen Gewässergüte (ermittelt nach dem Saprobiensystem) beschreibt etwa nur die Belastung eines Gewässers mit organischen Stoffen.
     
  • Grenzschicht:
    strömungsarme Wasserschicht auf überströmten festen Substraten mit starker Verminderung der Fließgeschwindigkeit gegen die Substratoberfläche hin. Die Grenzschicht ist in Fließgewässern ein wichtiger Lebensraum für Organismen.
     
  • Grundwasser (Stygon):
    Alles in der äußersten Erdrinde kreisende, unter der Erdoberfläche befindliche Wasser, einschließlich der Höhlengewässer. Es tritt mit der Erdoberfläche am Grund der Gewässer und vor allem in den Quellen in Verbindung. Wasser, das infolge Versickerung von Niederschlägen aller Art und Versinkung oberirdischer Gewässer in die Gesteine eindringt und dort Hohlräume (Poren, Spalten usw.) zusammenhängend füllt.
     
  • Grundwasseranreicherung (künstliche):
    Dabei wird gezielt Flusswasser (unter Umständen nach einer Vorreinigung) ins Grundwasser eingebracht. Grundwasseranreicherungen spielen eine Rolle in der Trinkwasserversorgung (z. B. Graz: Wasserwerk Andritz).
     
  • Grundwasserleiter:
    Bezeichnung für Gesteinsschichten, in denen sich Grundwasser sammeln und auch abfließen kann.
     
  • Grundwasserspeicher:
    Gesteinsschicht, die Grundwasser sammeln kann.
     
  • Grundwasserträger:
    Bezeichnung für schwerdurchlässige oder undurchlässige Schichten, auf denen sich Grundwasser sammelt.

H                                                      Seitenanfang

  • Habitat:
    Lebensraum einer Art.
     
  • Häufigkeit:
    empirische Mengenschätzung von Organismen in Häufigkeitsstufen (h) von 1 bis 5 (fallweise bis 3 oder bis 7). Die Stufen haben je nach Fachgebiet eine andere Bedeutung.
     
  • heterotrophe Organismen:
    Organismen, die in ihrer Ernährung auf Zufuhr von organischen Stoffen angewiesen und somit von anderen Lebewesen abhängig sind. (die meisten Bakterien, Pilze, Tiere).
     
  • Holomixis, holomiktischer See:
    Bei H. erfasst die Zirkulation die gesamte Wassermasse eines Sees bis zum Grund. Tritt dies regelmäßig auf, ist der See holomiktisch. (Gegensatz: Meromixis).
     
  • Hydrobiologie:
    Lehre von den in Gewässern lebenden Organismen. Hydrobiologie ist demnach ein Teilgebiet der Biologie und umfasst unter anderem die Teilbereiche Limnologie (Ökologie der Binnengewässer) und Meeresbiologie.
     
  • Hypolimnion:
    Tiefenwasserbereich eines Sees unterhalb der Sprungschicht (Metalimnion).
     
  • Hyporheisches Interstitial:
    Hohlraumsystem in den fluviatilen Lockergesteinen unter und dicht neben einem frei fließenden Gewässer: Grenzzone zwischen Fließgewässer und Grundwasserbereich.

I                                                        Seitenanfang

  • Immission:
    die Einwirkung von ausgestoßenen Schadstoffen auf die Umwelt, nachdem sich diese in den Medien Wasser, Luft oder Boden ausgebreitet haben.
     
  • Indikatororganismen:
    Bioindikatoren
     
  • Indirekteinleiter:
    Abwasseremittent, der seine vorgereinigten bzw. ungereinigten Abwässer einer Kläranlage zuführt.
     
  • Ingenieurbiologie:
    Bautechnik, die sich biologischer Erkenntnisse bei der Errichtung von Erd- und Wasserbauten bedient. Pflanzen und Pflanzenteile werden als lebende Baustoffe eingesetzt.
     
  • Ionentauscher:
    Sammelbegriff für Vorrichtungen, mit denen bestimmte Ionen einer Lösung gegen andere Ionen gleichnamiger Ladung getauscht werden können. Dadurch lassen sich Stoffe aus einer Lösung entfernen.

K                                                      Seitenanfang

  • Kaliumpermanganatverbrauch:
    Dient zur Erfassung der im Wasser vorhandenen organischen Stoffe über deren Oxidierbarkeit. Es liegt in der Unschärfe der Methode, dass nur ein Prozentsatz der oxidierbaren organischen Stoffe erfasst wird. Eine hoher Kaliumpermanganatverbrauch weist aber immer auf eine organische Belastung hin.
     
  • Kanalisation:
    künstliche, meist geschlossene Gerinne zum Abtransport von Abwässern und Regenwässern.
     
  • Keimbelastung:
    Mikroorganismen, insbesondere Bakterien sind allgegenwärtiger Bestandteil unserer Umwelt. Die mikrobiologischen Wasseruntersuchungen haben in erster Linie den Zweck, das Auftreten von gewässeruntypischen Zuständen zu erkennen. So kann einerseits die Erhöhung an sich unbedenklicher Keime ein Hinweis auf eine allgemeine Verschmutzung des Wassers sein. Andererseits ist auch ein Auftreten von pathogenen (krankheitserregenden) Keimen über die Erfassung von Indikatorkeimen Bestandteil der hygienischen Wasserbeurteilung. Zu einer routinemäßigen bakteriologischen Untersuchung gehören die Bestimmung der Gesamtkeimzahl, der coliformen Bakterien, der Enterokokken, Escherichia coli usw.
     
  • Kieselsäure (Kieselalgen):
    Das Element Silizium kommt in Gewässern vor allem als undissoziierte Kieselsäure (H2SiO4) vor. In stark alkalischen stehenden Gewässern findet man auch größere Mengen von Silikat (SiO3). Quelle des Kieselsäuregehaltes ist die Verwitterung von Silikatgestein. Biologisch bedeutend ist die Kieselsäure vor allem für die große Gruppe der Kieselalgen.
     
  • Kohlenwasserstoffe (i.e.S.):
    organische Verbindungen, die neben Kohlenstoff nur Wasserstoffatome enthalten. Wir unterscheiden kettige (aliphatische) und ringförmige (cyclische) Kohlenwasserstoffe (KW).
     
  • Kolk:
    Örtliche strömungsbedingte Vertiefung im Flussbett.
     
  • Koloniezahl:
    Ein Parameter der bakteriologischen Wasseruntersuchung. Er gibt an, wie viele Kolonien bei einer 6- bis 8-fachen Vergrößerung auf einem definierten Nährboden nach einer bestimmten Bebrütungsdauer und bestimmten Bebrütungszeit sichtbar sind. Die Koloniezahl gibt also Auskunft über den Verschmutzungsgrad eines Wassers.
     
  • Kompensationsebene:
    die Tiefenschicht eines Gewässers (als gedachte Ebene), in der die Strahlungsenergie so gering ist, dass im 24-Stunden-Tag die Biomassenproduktion durch Photosynthese von den Produzenten völlig wieder veratmet wird (keine positive Nettoproduktion). Die Tiefenlage der Kompensationsebene hängt von den optischen Eigenschaften des Gewässers ab und wechselt im Jahreslauf.
     
  • Konstanz:
    prozentueller Anteil der Proben von verschiedenen Untersuchungsstellen, in denen eine bestimmte Art gefunden wird.
     
  • Konsumenten:
    die Gesamtheit der tierischen Organismen, so genannt, weil sie sich von vorgebildeten organischen Stoffen ernähren: die Primär-Konsumenten von pflanzlicher Biomasse, die Sekundär-Konsumenten von tierischem Material.
     
  • Krenal, Krenon, Krenocoen:
    Krenal ist der Quellbereich eines Fließgewässers. Die darin lebenden Organismen bilden das Krenon, Biotop und Biozönose das Krenocoen.
     
  • Kryal, Kryon, Kryocoen:
    Biotop, Biozönose und Ökosystem Gletscherbach.

L                                                       Seitenanfang

  • Laminare Strömung:
    Wasserbewegung, bei der (gedachte) Wasserteilchen parallel nebeneinander fließen. Es findet keine Querdurchmischung des Wasserkörpers statt. Freie Gewässer fließen nie laminar, auch große ("träge") Tieflandflüsse nicht.
     
  • Lebendbauweise:
    Einsatz von Pflanzen und Pflanzenteilen im Erd- und Wasserbau (z. B. zur Ufersicherung, Hangsicherung usw.).
     
  • Limnologie:
    Lehre von den Binnengewässern (stehende und fließende Oberflächengewässer und Grundwasser) und ihrer Organismenwelt.
     
  • Lipophile Stoffe:
    Sammelbezeichnung für hydrophobe (wasserabstoßende) Kohlenwasserstoffverbindungen, die im Rahmen bestimmter Analyseverfahren gemeinsam erfasst werden können. Sie umfassen Mineralöle und -fette, tierische und pflanzliche Fette und Öle, Emulgatoren usw.
     
  • Litoral:
    Der durchlichtete Bereich des Benthals bis zur Tiefengrenze der Netto-Primärproduktion (Kompensationstiefe). Im See die mit Algen und höheren Pflanzen bewachsene Uferzone.
     
  • Lysimeter:
    Gerät zur Messung der Verdunstung von Böden. Dabei ist ein Behälter mit dem standortgemäßen Boden befüllt, und bepflanzt.
 

M                                                      Seitenanfang

  • Mäander:
    aufeinanderfolgende Gerinneschleifen mit gegensinniger Krümmung. Sie entstehen durch die Fließdynamik vor allem im Unterlauf von Flüssen und Strömen sowie bei Bächen mit geringem Gefälle und können sich vollständig verlagern.
     
  • Makrophyt:
    mit freiem Auge in der Regel bis auf das Artniveau bestimmbare Wasserpflanze mit funktionell gegliedertem Sprossaufbau.
     
  • Makrozoobenthos:
    Sammelbezeichnung für Tiere, die den Gewässerboden bewohnen und zumindest in einem Lebensstadium mit freiem Auge sichtbar sind.
     
  • Meromixis, meromiktischer See:
    Werden bei einer Zirkulation nur Teilbereiche des Tiefenwassers im See erfasst, handelt es sich um Meromixis. Tritt dies regelmäßig auf, ist der See meromiktisch. (Gegensatz: Holomixis)
     
  • mesotroph:
    Gewässer deren Intensität der pflanzlichen Produktion im Übergangsbereich von der oligotrophen zur eutrophen Stufe liegt.
     
  • Messflügel:
    Gerät zur Messung der Fließgeschwindigkeit eines Wasserpaketes.
      
  • Metalimnion:
    Fachausdruck für die thermische Sprungschicht. Das ist jener Bereich eines Sees, indem die Wassertemperatur sprunghaft abnimmt.
     
  • Mikrobenthos:
    Sammelbezeichnung für, auch im ausgewachsenen Zustand, mikroskopisch kleine Pflanzen und Tiere, die den Gewässerboden bewohnen.
     
  • Mischkanalisation:
    Abwässer und Niederschlagswässer werden gemeinsam abtransportiert.
     
  • Mischprobe:
    Sammelprobe, die sich aus an verschiedenen Orten und/oder zu verschiedenen Zeitpunkten gezogenen Einzelproben zusammensetzt.
     
  • Mittelwasser-Anschlagsbereich:
    periodisch trockenfallender Schwankungsbereich der Mittelwasser-Anschlagslinie eines Gewässers; kennzeichnend ist das Fehlen ausdauernder krautiger Landpflanzen.
     
  • mittlere Fließgeschwindigkeit:
    Quotient aus Durchfluss und Durchflussquerschnitt.
     
  • Monimolimnion:
    ist das nicht an der Zirkulation teilnehmende Tiefenwasser eines Sees.
     
  • Monomiktischer See:
    Wird ein See nur einmal pro Jahr (ganz oder teilweise) durchmischt, ist er monomiktisch. Die Umschichtung (Zirkulation) kann im Sommer (kalt monomiktisch: subpolare und polare Seen) oder im Winter (warm monomiktisch: subtropische und warmgemäßigte Seen) eintreten.

N                                                      Seitenanfang

  • Nahrungskette:
    die durch die Ernährung bedingte stufen- oder kettenartige Abhängigkeitsfolge: grüne Pflanze (Produzent)> Pflanzenfresser (Primärkonsument)> Fleischfresser verschiedenen Grades (Sekundärkonsumenten). Durch Verbindung von Nahrungsketten entsteht in einer Lebensgemeinschaft ein Nahrungsnetz. Ordnet man die Biomasse jeder Stufe der N. einer Lebensgemeinschaft übereinander an, so ergibt sich meist eine Pyramidenform mit den Produzenten als breite Basis.
     
  • Nanoplankton:
    Planktonorganismen, die nicht größer als 60 µm und nicht kleiner als 5 µm sind (< 5 µm = Ultraplankton).
     
  • Nekton:
    Sammelbezeichnung für Tiere, die im freien Wasserkörper (auch gegen Strömungen) zu zielgerichteten Ortsveränderungen größeren Ausmaßes befähigt sind. (im See nur die Fische)
     
  • Netto-Produktion:
    Produktion
     
  • Neuston:
    Lebensgemeinschaft des Oberflächenhäutchens.
     
  • Niederschlagshöhe:
    Niederschlagsmenge in mm; es wird angenommen, dass der Niederschlag gleichmäßig auf dem Boden auftrifft.
     
  • Nitrate:
    Salze der Salpetersäure (HNO3). Nitrate werden zur Stickstoffversorgung von Kulturpflanzen als Dünger aufgebracht. Sie entstehen auch durch Reaktion der aus Verbrennungsprozessen und Blitzschlag stammenden nitrosen Gase mit Wasser sowie bei der Nitrifikation aus Ammoniak im Boden.
    Wegen ihrer leichten Wasserlöslichkeit gelangen Nitrate in die Hydrosphäre und somit auch ins Trinkwasser.
    Nitrat selbst ist nicht gesundheitsschädlich. Durch Nitratreduktion kann jedoch im Verdauungstrakt Nitrit gebildet werden, das giftig wirkt und das mit sekundären Aminen die krebserregenden Nitrosamine bildet. Deshalb wurde die Nitratkonzentration im Trinkwasser begrenzt.
    Die im Boden zu Nitratverlusten führende Denitrifikation wird zur Entfernung von Nitrat aus dem Trinkwasser verwendet.
     
  • Nitrifikation:
    Mikrobielle Oxidierung des Ammoniums über die Nitritstufe zum Nitrat. Die chemische Nitrifikation im Gewässer ist vergleichsweise unbedeutend.
     
  • Nitrite:
    Salze der salpetrigen Säure (HNO2).
     
  • Nitrosamine:
    organische Verbindungen der allgemeinen Formel RR'N-NO, die durch Reaktion sekundärer Amine mit Nitrit entstehen. Nitrosamine sind giftig und manche krebserregend.

O                                                      Seitenanfang

  • Oberflächenaktive Stoffe:
    Setzen die Oberflächenspannung im Wasser herab. (Tenside).
     
  • Oberflächenspannung:
    Festigkeit der freien Wasseroberfläche durch einseitig in den Wasserkörper gerichtete molekulare Anziehungskräfte der an der Oberfläche liegenden Wassermoleküle.
     
  • ökologische Funktionsfähigkeit:
    Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des Wirkungsgefüges zwischen dem in einem Gewässer und seinem Umland gegebenen Lebensraum und seiner organismischen Besiedlung entsprechend der natürlichen Ausprägung des betreffenden Gewässertyps (Erhaltung von Regulation, Resilienz und Resistenz).
     
  • Ökomorphologie:
    Setzt sich aus den Begriffen Ökologie (Lehre von den Beziehungen der Organismen zueinander und zu ihrer Umwelt) und Morphologie (Gestaltslehre) zusammen. Es wird dabei die äußere Gestalt einer Umwelteinheit (z. B. ein bestimmter Bachabschnitt) erhoben und aus ökologischer Sicht beschrieben. Dabei wird immer ein Vergleich mit dem natürlichen Erscheinungsbild der untersuchten Umwelteinheit (dem ökologischen Leitbild) angestrebt. Es wird also der Grad der Naturnähe bestimmt.
     
  • Ökosystem:
    funktionelle Einheit aus Biozönose und Biotop, gekennzeichnet durch stoffliche, energetische und informatorische Wechselwirkungen zwischen den Organismen und ihrer Umwelt.
     
  • Ökoton:
    Übergangsbereich zwischen Teilökosystemen, z.B. Wasser-Land-Übergangszone.
     
  • Oligomiktischer See:
    die Abstände zwischen zwei aufeinander folgenden Zirkulationen sind länger als 1 Jahr.
     
  • oligotroph:
    Gewässer mit geringer pflanzlicher Produktion. Der Grund für das geringe Pflanzenaufkommen kann einerseits ein niedriger Nährstoffgehalt sein (Mangelstoff ist in erster Linie Phosphor), andererseits können auch toxische Hemmungen wirksam sein. So sind versauerte Seen durchwegs oligotroph.
     
  • organische Belastung:
    Gibt an, inwieweit ein Gewässer über das natürliche Ausmaß hinaus, organische Substanzen enthält. Organische Substanzen können in der Regel durch Organismen abgebaut werden (biologische Abbaubarkeit), wobei Sauerstoff verbraucht wird. Je nach Belastungsgrad wird der im Wasser gelöste Sauerstoff mehr oder minder aufgebraucht. Die Bestimmung der biologischen Gewässergüte bezieht sich auf die organische Belastung eines Fließgewässers. Chemisch wird die organische Belastung über Summenparameter bestimmt, wobei einerseits über einen in den organischen Verbindungen enthaltenen, gemeinsamen Strukturbestandteil (etwa den Kohlenstoffgehalt) direkt gemessen wird (TOC, DOC etc.), oder die Ermittlung erfolgt über die gemeinsame Eigenschaft der Oxidierbarkeit unter Sauerstoffverbrauch (BSB, CSB, Kaliumpermanganatverbrauch etc.)
     
  • Ortsbefund:
    Er umfasst die von einem ausgebildeten Gewässerökologen wahrnehmbaren sinnlichen Eindrücke über eine Untersuchungsstelle, die aufgenommenen Biozönosen, sowie Lage der Probenentnahmestellen usw. Der genaue Umfang wird in ÖNORM M 6232 "Richtlinien für die ökologische Untersuchung und Bewertung von Fließgewässern" dargestellt.
     
  • Oxidierbarkeit:
    Fähigkeit eines Stoffes oxidiert zu werden, dass heißt, Elektronen abzugeben. In einer früheren Betrachtungsweise wird die Oxidation auf die Aufnahme von Sauerstoffatomen eingeschränkt. Diese Oxidierbarkeit von Substanzen unter Sauerstoffverbrauch wird bei der Bestimmung einiger organischer Summenparameter wie etwa BSB und CSB ausgenützt.
     
  • Ozeanologie:
    Lehre von den marinen Gewässern einschließlich der Binnenmeere.

P                                                       Seitenanfang

  • Pegel:
    Einrichtung zur Messung des Wasserstandes. Aus dem Wasserstand kann mittels einer, vorher ermittelten, Schlüsselkurve der Durchfluss ermittelt werden. Es gibt verschieden Pegeltypen, etwa den Lattenpegel, Stechpegel, Druckluftpegel, Schreibpegel usw.
     
  • Pelagial:
    Freiwasserraum eines Gewässers. Im Fluss und Strom ist das Pelagial ständig in gerichteter Bewegung (Verschiebungsgeschwindigkeit V = Wassermenge/Querschnitt).
     
  • Periphyton:
    Pflanzlicher Aufwuchs auf Steinen, Pflanzen u. a. Substraten. Überwiegend Algen, auch Bakterien und Pilze.
     
  • Persistenz:
    Die Aufenthaltsdauer einer chemischen Substanz bzw. ihrer Abbaubauprodukte in einem bestimmten Umweltbereich ("biologische Halbwertszeit").
     
  • Pestizid:
    Schädlingsbekämpfungsmittel; Bezeichnung für chemische Substanzen zur Bekämpfung von tierischen, pflanzlichen und pilzlichen Organismen, die Nutztiere, Nutzpflanzen, Lebensmittel oder Materialien schädigen oder zerstören.
    Die Pestizide werden nach den zu bekämpfenden Organismen in Gruppen eingeteilt (z.B. Insektizide, Herbizide, Fungizide).
     
  • pH - Wert:
    in der Chemie und Biologie verwendete Maßzahl für den sauren oder alkalischen Charakter einer wässrigen Lösung. Der pH-Wert gibt den negativen dekadischen Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration (H3O+) an. Da reines destilliertes Wasser bei 22°C 10 -7 Mol / l H3O+ enthält, wurde der negative Logarithmus dieser Konzentration (7,0) als Neutralpunkt festgelegt. Lösungen mit pH-Werten unter 7 sind sauer, solche über 7 sind alkalisch.
     
  • Phenole:
    Die Phenole sind aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen, die am aromatischen Ring ein oder mehrere H-Atome durch OH-Gruppen ersetzt haben. Benannt sind sie nach dem Hydroxybenzol (Phenol). Phenole sind zum Teil stark toxische Substanzen, die unter anderem als Desinfektionsmittel und Holzinprägnierungsmittel Verwendung finden. Das Hauptverwendungsgebiet liegt aber im Bereich der Synthese (Sprengmittel, Farbstoffe, Pestizide usw.). Im Wasser sind Phenole auch wegen ihrer intensiven Geruchs- und Geschmacksbeeinflussung unerwünscht. Phenole stammen in der Natur nicht nur aus synthetisch erzeugten Produkten, sondern sind auch natürliche Komponenten des Abbaus organischer Materie.
     
  • Phenolindex:
    Organischer Summenparameter, bei dem die Summe der in einer Probe enthaltenen Phenole bestimmt wird, ohne die Einzelsubstanzen genau zu analysieren.
     
  • Phosphate:
    Bezeichnung für die Salze der verschiedenen Phosphorsäuren. Phosphate werden aus sogenannten Phosphaterzen gewonnen. Der Großteil wird zu Düngemitteln verarbeitet. Weitere Verwendungszwecke fanden sie aufgrund ihrer komplexbildenden, waschaktiven und nicht gesundheitsschädlichen Eigenschaften in Waschmitteln.
    Wegen der Phosphatbelastung der Gewässer, die wesentlich zur Eutrophierung beiträgt, ergeben sich jedoch Umweltprobleme.
     
  • Plankton:
    im freien Wasserkörper schwebende Pflanzen (Phytoplankton), Tiere (Zooplankton) und Bakterien (Bakterioplankton) mit fehlender oder nur geringer Eigenbewegung. Sie können dem Verdriftetwerden nicht entrinnen.
     
  • Pleuston:
    an oder auf der Wasseroberfläche schwimmende oder laufende Organismen.
     
  • Polimiktischer See:
    im Jahreslauf treten viele Zirkulationen auf, oft täglich.
     
  • Potamal, Potamon, Potamocoen:
    Potamal ist die sommerwarme sandig-schlammige Zone eines Fließgewässers. Die hier lebenden Organismen bilden das Potamon, Biotop und Biozönose das Potamocoen. Sommertemperatur > 20°C.
     
  • POX (ausblasbare organisch gebundene Halogene):
    Diese Gruppe umfasst organisch gebundene Halogene, die sich ausblasen lassen. Es handelt sich dabei um leicht flüchtige, nicht aromatische Kohlenwasserstoffe, mit einem Siedepunkt zwischen 20 °C und 180 °C.
     
  • Präsenz:
    Anwesenheit einer Art im Organismenbestand.
     
  • Probenentnahmestelle:
    methodisch bedingte kleinste Untersuchungseinheit innerhalb einer Untersuchungsstelle.
     
  • Produktion:
    ganz allgemein ist Produktion der Zuwachs an Biomasse/Zeit. Primärproduktion ist der Zuwachs an phototropher Biomasse unter biochemischer Speicherung von Strahlungsenergie. "Sekundärproduktion" ist der Zuwachs an tierischer Biomasse durch Konsumption von organischen Energieträgern. Der Begriff sollte auf Primärproduktion begrenzt werden; Sekundärproduktion ist Konsumption.
    Die Gesamtmenge des gebundenen organischen Stoffes nennt man Brutto-Produktion, nach Abzug des bei Atmung und Ausscheidung verlorengegangenen Anteils bleibt die Netto-Produktion übrig.
     
  • Produzenten:
    alle Pflanzen, die photo- oder chemosynthetisch aus anorganischen Stoffen organische Substanzen aufbauen.
     
  • Protozoen:
    Urtiere, Einzeller, Unterreich des Tierreiches. Die meist mikroskopisch kleinen , einzelligen Tiere bestehen aus einem Zellkörper, in dem sich ein oder mehrere Zellkerne befinden. Sie leben vorwiegend im Wasser.

Q                                                       Seitenanfang

  • Q95-Abfluss:
    Wasserführungswert, der an 347 Tagen (95 %) im Jahr überschritten wird. Dieser Abflusswert ist für viele wasserwirtschaftliche Planungen die Bezugsgröße.
     
  • Quelle:
    Quellen bilden sich, wo unterirdisches Wasser an die Oberfläche gelangt oder wo am Rande von Gletschern Schmelzwasser entsteht. Bezüglich des Austritts aus dem Boden unterscheidet man verschiedene Typen:
    1. Limnokrenen: Tümpelquellen, die von unten her mit Wasser gefüllt werden. Durch überlaufen bildet sich der Quellbach. Untergrund meist schlammig bis sandig und oft reich bewachsen.
    2. Rheokrenen: Sturzquellen, die sofort mit stärkerem oder schwächerem Gefälle zu Tal fließen. Feine Sinkstoffe werden mitgerissen. Der Untergrund ist grobsandig oder steinig und meist pflanzenarm.
    3. Helokrenen: Sicker- oder Sumpfquellen, bei denen das Wasser durch eine mehr oder weniger dicke Erdschicht hindurchsickert und das Quellgebiet in einen Sumpf oder Morast verwandelt. Dieser Typ herrscht vor allem in der Ebene und im Mittelgebirge vor.
    Nach anderen ökologischen Besonderheiten wurden benannt: Schmelzwasserquellen (Kryal), Thermalquellen, Mineralquellen, die durch bestimmte Salze, Humusquellen, die durch organische Stoffe charakterisiert sind.
     
  • Quelltypen:
    Quelle

R                                                       Seitenanfang

  • Reduktionsflecken:
    Dunkelfärbung etwa der Unterseite von Steinen in einem Fließgewässer, hervorgerufen durch Sauerstoffarmut und dadurch bedingte Reduktionsprozesse. Die Dunkelfärbung wird durch Eisensulfidablagerungen hervorgerufen. Reduktionsflecken sind ein wichtiges Merkmal in der Gewässergütebestimmung und sind im Ortsbefund festzuhalten.
     
  • Regelprofil:
    Im technischen Wasserbau festgelegtes Querprofil in dem ein Fließgewässer ausgebaut wird. Meist trapezförmig mit einheitlichen Böschungsneigungen.
     
  • Regenmesser (Ombrometer):
    dient der Erfassung des Niederschlages auf einer definierten Auffangfläche in bestimmter Höhe. Der Aufstellungsort muss bestimmten Kriterien genügen. Die Ablesung erfolgt entweder händisch (normalerweise einmal täglich), oder das Ombrometer ist mit einem automatischen Schreiber (Ombrograph) gekoppelt.
     
  • Regulation:
    Fähigkeit eines Ökosystems zur Erhaltung seiner charakteristischen Ausprägung.
     
  • Resilienz:
    Fähigkeit eines Ökosystems, nach Überwindung vorübergehender Störungen seine charakteristische Ausprägung wieder zu erreichen.
     
  • Resistenz:
    Widerstand eines Ökosystems gegenüber störenden Einflüssen.
     
  • Retention:
    Rückhalt
     
  • Rhithral, Rhithron, Rhithrocoen:
    Rhitral ist die sommerkalte, steinig-sandige Zone eines Fließgewässers. Die hier lebenden Organismen bilden das Rhitron, Biotop und Biozönose das Rhitrocoen. Sommertemperaturen < 20°C. Entspricht im wesentlichen der Salmonidenregion (Forellenregion).
     
  • Rückhalt (Retention):
    Verzögerung des Abflusses durch natürliche Gegebenheiten (Geländeform, Vegetation etc.) und/oder künstliche Einrichtungen (z. B. Rückhaltebecken).
 

S                                                       Seitenanfang

  • Saprobie:
    Intensität des Abbaues organischer Substanzen durch Stoffwechselvorgänge in einem Gewässer.
     
  • Saprobienindex, S:
    gewichtetes arithmetisches Mittel der Saprobiewerte sämtlicher an einer Untersuchungsstelle erfassten Organismen.
     
  • Saprobienkatalog:
    Auflistung von Organismen unter Angabe ihrer Saprobiewerte. Es gibt einen für ganz Österreich gültigen Einstufungskatalog, nämlich die Fauna Aquatica Austriaca (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft).
     
  • Saprobiensystem:
    Bewertungsverfahren für das Maß einer organischen Belastung von Fließgewässern anhand der Gewässerbesiedelung. Es wird in Verbindung mit chemischen und physikalischen Parametern zur Gewässergütebeurteilung herangezogen.
     
  • Saprobiestufen:
    durch die Lebensgemeinschaften von Organismen und durch abiotische Merkmale charakterisierte Stufen der Intensität des Abbaues organischer Substanz.
    Es werden folgende Stufen unterschieden:
    Güteklasse: Kartierungsfarbe:
    oligosaprob I un- bis sehr gering belastet blau
    betamesosaprob II mäßig belastet grün
    alphamesosaprob III stark verschmutzt gelb
    polysaprob IV übermäßig verschmutzt rot
     
  • Saprobiewert, s:
    Indikatorwert jeder taxonomischen Einheit in einem Saprobiensystem für die Saprobie.
     
  • Saprobiont:
    heterotropher, an Standorte mit faulenden Stoffen gebundener Organismus.
     
  • Sauerstoffgehalt, -sättigung:
    Gibt an, wie viel an gelöstem Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. Die physikalische Löslichkeit von Gasen ist dabei abhängig von der Wassertemperatur und vom Luftdruck. Sind die Grenzen dieser physikalischen Lösbarkeit erreicht, dann ist das Wasser vollständig gesättigt (100 %). Übersättigungen sind das Ergebnis von Turbulenzen, wobei der Gasüberschuss in strömungsberuhigten Bereichen wieder an die Atmosphäre abgegeben wird. Weiters kann es v. a. in stehenden Gewässern durch die Photosynthesetätigkeit der Pflanzen zu zum Teil massiven Übersättigungen kommen. Der tagsüber produzierte Überschuss wird in der Nacht durch die Atmungstätigkeit wieder aufgebraucht. Sauerstoffzehrungen sind das Resultat von Abbauprozessen im Gewässer. Sie sind umso höher, je stärker ein Gewässer organisch belastet ist.
     
  • Schlammalter:
    Begriff aus der biologischen Abwasserreinigung, Belebtschlammverfahren. Das Schlammalter gibt das rechnerische Verhältnis zwischen der im Belebungsbecken vorhandenen Trockensubstanz und der täglich erzeugten Trockensubstanz im Überschussschlamm an. Das heißt, das Schlammalter gibt an, wie lange theoretisch der Schlamm im System der Anlage bleibt, bevor er als Überschussschlamm (Klärschlamm) abgeführt wird.
     
  • Schlammvolumen:
    Begriff aus der biologischen Abwasserreinigung, Belebtschlammverfahren. Es wird das Absetzvolumen des Schlammes nach einer bestimmten Stehzeit angegeben (in ml/L).
     
  • Schleppspannung:
    Kraft pro Flächeneinheit, die durch das Gewicht und die Fließgeschwindigkeit des Wassers ausgeübt wird.
     
  • Schmutzfracht:
    Alle im wasser transportierten Inhaltsstoffe, die nicht natürlichen Ursprungs sind.
     
  • Schwellbetrieb:
    Diskontinuierliches Abarbeiten eines Stauraumes zur Energiegewinnung in Abhängigkeit des Energiebedarfes, wobei es zu Schwankungen der Wasserführung und des Wasserspiegels kommt. Diese wirken sich negativ auf die Besiedlung aus und haben Ausfälle (Verarmung, -ödung, -nichtung) zur Folge. Ein Schwellbetrieb wird grundsätzlich nicht mehr gestatter.
     
  • Schwermetalle:
    Bezeichnung für Metalle mit einer Dichte von mehr als 4,5 g / cm3. Einige Schwermetalle gehören zu den für Mensch, Tier und Pflanze unentbehrlichen Spurenelementen, andere belasten als Radionuklide oder als toxische Substanzen die Umwelt (z.B. Quecksilber, Blei, Cadmium). Letztere sind im Gewässer für den biologischen Bestand giftig, stören bei der Wasseraufbereitung und führen zu latenten oder akuten Gesundheitsschäden im tierischen und menschlichen Organismus.
     
  • Sediment:
    in Schichten durch Wasser, Eis oder Wind abgelagerte Verwitterungsprodukte. Nach dem Ablagerungsraum unterscheidet man u.a. marine Sedimente (im Meer) und terrestrische Sedimente (auf dem Festland), jeweils gegliedert nach dem Transportmedium: z.B. fluviatil in Flüssen, limnisch in Seen.
     
  • Sedimentation:
    Im Gewässer Ablagerung von Stoffen, deren spezifisches Gewicht zu hoch ist, um in Schwebe gehalten zu werden. In stehenden Gewässern sedimentieren Partikel dann, wen ihr Gewicht höher ist als der Auftrieb des Wassers. In Fließgewässern werden Partikel in Abhängigkeit der Schleppkraft des Wassers selektiv abgelagert. Somit gibt die Korngrößenverteilung an der Sohle Aufschluss über die vorherrschenden Fließgeschwindigkeiten. In der Abwasserreinigung wird die Sedimentation gezielt eingesetzt, um schwere Abwasserinhaltsstoffe abzuscheiden.
     
  • Selbstreinigung:
    Gesamtheit aller Vorgänge in einem Gewässer, durch die organische Wasserinhaltsstoffe und andere organische Nährstoffe in den natürlichen Stoffkreislauf einbezogen, abgebaut, mineralisiert und langfristig auch aus ihm ausgeschieden werden.
    Dieser Vorgang wird vorwiegend durch organismische Aktivitäten bewirkt.
     
  • Seston:
    Gesamtheit aller im Wasser schwebenden festen Bestandteile.
    Man unterscheidet Bioseston (z.B. Plankton, Detritus) und Abioseston (z.B. mineralische Partikel).
     
  • Speicherstau:
    Stauhaltung
     
  • Sphaerotilus (natans):
    "Abwasserpilz", fellartige graue Überzüge eines Bakteriums, dessen Zellen locker in fädigen Scheiden liegen, auf festen Substraten im Vorfluter.
     
  • Sprungschicht:
    horizontale Wasserschicht im See (Meer) mit besonders steilem Temperaturgradienten. Während der Sommerstagnation zwischen Epilimnion und Hypolimnion (= Metalimnion) gelegen, im Winter (unter Eis) an der Oberfläche ausgebildet.
     
  • Stagnation:
    energetischer Stabilitätszustand horizontal übereinander geschichteter, meist in der Temperatur unterschiedlicher Wassermassen eines Sees. Durch Wind- und Luftdruckeinwirkungen können die horizontalen Schichten schräg gestellt werden und pendeln, bleiben aber als solche erhalten. Die Stagnation wird von einer Zirkulation abgelöst.
     
  • Stauhaltung:
    Künstlich erzeugte Verzögerung des Abflusses durch Querbauwerke, wie etwa Dämme, Wehranlagen usw.; Stauhaltungen dienen unterschiedlichsten Zwecken, vor allem aber der Gewinnung von elektrischer Energie; die dabei entstehenden Rückstauzonen werden als Stauräume bezeichnet; sind diese Stauräume so groß und tief, dass stabile Schichtungen (physikalisch, chemischer Parameter) entstehen, dann spricht man auch von Stauseen bzw. Speicherstauen. Stauhaltungen an Fließgewässern sind nicht nur auf die Tätigkeit des Menschen beschränkt, so werden Fließgewässer auch von Bibern gezielt aufgestaut.
     
  • Stauraum:
    Stauhaltung
     
  • Stausee:
    Stauhaltung
     
  • Stichprobe:
    zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder an einem bestimmten Ort gezogene Einzelprobe
     
  • Stromstrich:
    jene Stelle im Querprofil eines Fließgewässers, wo die größten Fließgeschwindigkeiten herrschen.
     
  • Substrat:
    Nährboden; Untergrund und Besiedlungsfläche. Das Substrat kann aus organischen und anorganischen Materialien bestehen (auch lebende Organismen).

T                                                        Seitenanfang

  • Tenside:
    zusammenfassende Bezeichnung für Substanzen aus der Gruppe der oberflächenaktiven Stoffe, die zur Herstellung von Wasch-, Netz-, Reinigungs- und Spülmitteln und dgl. verwendet werden.
    Tenside müssen in der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlagen zu mindestens 80 % abbaubar sein. Dadurch wird übermäßige Schaumbildung, welche die Sauerstoffaufnahme aus der Luft behindert, auf den Vorflutern vermieden. Tenside sind für Fische giftig.
     
  • TOC:
    (Abk. für engl. total organic carbon = gesamter organisch gebundener Kohlenstoff) der TOC kennzeichnet zusammen mit dem chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) die Belastung eines Gewässers mit organischen Stoffen. Zur Bestimmung wird eine Wasserprobe im Sauerstoffstrom oder durch Naßoxidation oxidiert und das entstehende Kohlendioxid z.B. infrarotspektroskopisch bestimmt.
     
  • Totwasser:
    Strömungsgebiet hinter der Ablöselinie eines umströmten Körpers, in dem neben einer stark verzögerten Grundströmung eine wirbelige (turbulente) Strömungsform vorhanden ist. Die Totwasser hinter großen Steinen bieten den im Fließwasser lebenden Tieren einen Schutz vor der Strömung.
     
  • Toxikologie:
    Lehre von den Giften und Gegengiften
     
  • Toxizität:
    Giftigkeit chemischer Substanzen für Mensch, Tier und Pflanze. Man unterscheidet zwischen akuter Toxizität (bei einmaliger Aufnahme des Wirkstoffs), subakuter Toxizität (bei wiederholter Aufnahme innerhalb kurzer Zeit) und chronischer Toxizität (bei Aufnahme über längere Zeit, z.B. über Jahre hinweg).
     
  • Toxizitätstests:
    Eine etwaige Giftwirkung einer zu prüfenden Substanz auf ausgesuchte Testorganismen wird unter standardisierten Versuchsbedingungen untersucht. Diese biologischen Testverfahren dienen zur Feststellung von akuten toxischen Wirkungen, zum Vergleich der Empfindlichkeit verschiedener Organismen, zur Vorhersage von Abwasserauswirkungen, zur Anlagenüberwachung usw.
     
  • Trennkanalisation:
    Getrennte Abfuhr von Abwässern und Niederschlagswässern
     
  • Trinkwasserkataster, TRIKAT:
    Zentrale Datenbank, wo alle trinkwasserrelevanten Trinkwasserdaten gesammelt werden
     
  • Trophie -Ebene:
    Der Begriff trophisch bedeutet: die Ernährung betreffend. Alle Mitglieder einer trophischen Funktionsgruppe, wie die Primärproduzenten, die Primärkonsumenten, die Sekundärkonsumenten usw. bilden eine Trophieebene (trophic level).
     
  • Trophie:
    Intensität der Produktion organischer Substanz durch die Photosynthese (Primärproduktion) in einem Gewässer.
     
  • Trophiegrad:
    Er gibt das Ausmaß der Trophie in einem Gewässer an. Ist sie niedrig, dann spricht man von oligotrophen Gewässern, ein mittlerer Trophiegrad wird als mesotroph bezeichnet, hohe als eutroph bzw. hypertroph. Der Anstieg des Trophiegrades wird als Eutrophierung bezeichnet. Das ist ein an sich natürlicher Prozess, der aber durch menschliche Einflussnahme (Nährstoffeinbringung) sehr stark beschleunigt wird.
     
  • Trophogene Zone:
    durchlichteter Oberflächenbereich eines Gewässers, in dem photoautotrophe (Überschuss-) Produktion möglich ist. Umfasst das oberste Pelagial und Benthal (Litoral).
     
  • Tropholytische Zone:
    Tiefenbereich eines Gewässers ohne Möglichkeit zur photoautotrophen Produktion.
     
  • Turbulente Strömung:
    Wasserbewegung, bei der (gedachte) Wasserteilchen nicht parallel nebeneinander fließen, sondern sich verflechten und somit eine Querdurchmischung stattfindet.
 

U                                                       Seitenanfang

  • Uferfiltration:
    Darunter wird das Eindringen von Wasser aus Oberflächengewässern in den terrestrischen Untergrund verstanden. Uferfiltrate spielen eine Rolle in der Trinkwasserversorgung (v. a. im deutschen Raum)
     
  • Umkippen eines Gewässers:
    Eutrophierung
     
  • untersuchter Gewässerabschnitt:
    an mehreren Untersuchungsstellen vergleichend überprüfter Gewässerabschnitt. Beispiel: Fluss-km 5,0 bis 7,0
     
  • Untersuchungsstelle:
    Teil des untersuchten Gewässerabschnittes, z.B. Abfischstrecke, Bereich für eine Benthosuntersuchung nach Choriotopen. Beispiel: linkes Ufer, 50 m bis 80 m flussabwärts Eisenbahnbrücke.

V                                                       Seitenanfang

  • Vegetationsfärbung:
    oberflächliche Verfärbung des Substrates durch Aufwuchs (z. B. durch Kieselalgenüberzüge).
     
  • Verarmung, Verödung, Vernichtung:
    Qualitativer und / oder quantitativer Ausfall der Besiedlung durch Änderung der ökologischen Standortfaktoren, etwa durch toxische Einflüsse. Je nach dem Grad des Ausfalls spricht man bei einem mehr oder minder Totalausfall von einer Vernichtung der typischen Lebensgemeinschaft, bei mittleren Ausfällen von einer Verödung, bei geringen, aber beachtlichen Ausfällen von einer Verarmung.
     
  • Vorfluter:
    hydrologisch jedes Gerinne, in dem Wasser mit natürlichem oder künstlichem Gefälle abfließen kann. Die Einleitung von Abwässern gehört lediglich zur Nutzung, nicht zur Definition des Vorfluters, wie sie sich in der Limnologie fälschlicherweise eingebürgert hat.

W                                                      Seitenanfang

  • Wasserbau:
    Baumaßnahmen, welche die Nutzung des Wassers durch den Menschen ermöglichen, das Land vor überflüssigem oder schädlichem Wasser oder auch vor Austrocknung schützen (Ent- und Bewässerung), mit deren Hilfe aus Meeren oder Sümpfen Neuland gewonnen wird und die den Menschen und seine Umwelt vor den Wirkungen der Wasserverschmutzung oder des Hochwassers schützen.
     
  • Wasserbeschaffenheit:
    Beschreibung der Eigenschaften eines Wassers durch physikalische, chemische, mikrobiologische und biologische Parameter sowie beschreibende Begriffe.
  • Wassergüte; Wasserqualität:
    Bewertung der Wasserbeschaffenheit (z.B. Trinkwasser, Badewasser, Kesselspeisewasser, Wasser zur Betonerzeugung).
     
  • Wasserhärte:
    im wesentlichen verursacht durch in Lösung befindliche Calcium- und Magnesiumverbindungen. Die sogenannte temporäre (vorübergehende) Härte oder Carbonathärte wird durch Hydrogencarbonate erzeugt; durch Kochen werden diese ausgefällt ; im Gegensatz zu der vor allem durch Calcium- und Magnesiumsulfate verursachten permanenten (bleibenden) Härte oder Sulfathärte. Die Summe von Carbonat- und Nichtkarbonathärte wird als Gesamthärte bezeichnet.
     
  • Wasserkreislauf:
    von der Sonnenenergie getriebener Zyklus, in dem sich Wasser zwischen Ozean, Atmosphäre und Festland bewegt.
     
  • Wasserscheide:
    Grenzlinie, von der aus das Wasser nach verschiedenen Richtungen abfließt. Die oberirdische (topographische, orographische) Wasserscheide muss nicht mit der tatsächlichen (der hydrologischen) übereinstimmen.
     
  • Wasserstand:
    Höhe des Wasserspiegels über oder unter einem Bezugshorizont in cm.

Z                                                       Seitenanfang

  • Zirkulation:
    in der Limnologie versteht man unter Zirkulation die großräumige Umwälzung der Wassermasse eines Sees von der Oberfläche zur Tiefe bei Temperaturgleichheit (Homothermie) durch den Wind als Antriebsenergie.
     
  • Zonierung:
    Abfolge von Vegetationseinheiten, Artengruppen sowie Bestandes- oder Strukturtypen o.ä. längs eines physikalischen oder chemischen Gradienten, unter Umständen auch in Abhängigkeit von einer zeitlichen Entwicklung.
    Strömungsgeschwindigkeit, Wassertiefe, Wassertemperatur und Licht bedingen wichtige physikalische Gradienten. Chemische Gradienten sind etwa die Konzentration an Protonen, Kohlendioxid, Hydrogencarbonat oder Nährstoffen. Abhängig von der Richtung des Gradienten ist eine Quer-, Längs- oder Tiefenzonierung im Fließgewässer zu unterscheiden.
     
  • Zyklomorphose:
    in aufeinanderfolgenden Generationen einer Organismenart auftretender zyklischer Gestaltswandel.
 
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