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Schlagwortkatalog Luft

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A

  • AAS:
    Atomabsorptionsspektrometrie, Verfahren zur Bestimmung von Spurenelementen (Abgase, Schwermetalle) in Proben, aus Feuerungen, Kessel- und Heizanlagen sowie Kraftwagen entweichende oder bei chemischen Prozessen entstehende Gase. Verbrennungsgase können wegen ihres Wärmegehaltes weiter genutzt werden, sie sind allerdings durch Schadstoffe belastet.
     
  • Abgasreinigung:
    Emissionen können technisch durch primäre und sekundäre Maßnahmen gesenkt werden, primäre Maßnahmen verringern a priori Emissionen durch Verfahrensänderungen bei der Produktion oder Energieerzeugung. Zu den Primärmaßnahmen gehört z.B. konstruktive Maßnahmen bei Heizkessel, die eine optimale Umsetzung des Brennstoffes ermöglichen. Sekundäre Maßnahmen sind Reinigungstechnologien für die bei einem Prozess anfallenden Abgase (z.B. 3-Wege-Katalysator beim KFZ, Entschwefelungsanlagen bei Kraftwerken...).
     
  • Abheizen:
    unkontrolliertes Verbrennen von Strauch- und Baumschnitt sowie Gartenabfällen oder auch Abbrennen von Stoppelfeldern, Bahn- und Straßenböschungen. Beim Abheizen kommt es zu lokalen hohen Staub-, Kohlenwasserstoff- und Ruß sowie flüssigen und/oder festen Schwebstoffen. Flüssige Schwebstoffe werden als Nebel oder Dunst, feste als Stäube bzw. Rauch bezeichnet.
     
  • Ammoniak:
    farbloses, stechend riechendes und in Wasser gut lösliches Gas mit der chemischen Formel NH3. Ammoniak entsteht bei der Fäulnis organischer Substanzen (Zersetzung der in den Eiweißen enthaltenen Aminosäuren). Eine 10 %-ige wässrige Ammoniaklösung wird als Salmiakgeist bezeichnet. Ammoniak ist Grundstoff für die chemische Industrie (Düngemittel, Kunstfasern, Salpetersäure).
     
  • Argon:
    Edelgas mit dem chemischen Zeichen Ar, welches zu 0,9325 Vol-% in der Luft enthalten ist und auch in Mineralquellen vorkommt. Es wird zur Füllung von Glühbirnen und Leuchtröhren verwendet.
     
  • Aromate:
    Sammelbezeichnung für aromatische Kohlenwasserstoffe, die als Grundbaustein den Kohlenwasserstoff C6H6 (Benzol) enthalten. Sie besitzen im Molekülaufbau eine besonders stabile, symmetrische Elektronenanordnung. Vertreter sind Benzol, Toluol, Xylole, Naphthalin...
     
  • Atmosphäre:
    Gashülle von Planeten; die Atmosphäre der Erde ist geschichtet und besteht aus Troposphäre, Stratosphäre, Mesosphäre, und Thermosphäre. Zwischen den einzelnen Stockwerken findet der Gasaustausch aufgrund der Temperaturschichtung nur sehr langsam statt. Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre in Bodennähe beträgt 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff, 0,9 % Argon sowie 0,03 % Kohlendioxid und Spurengase.
     
  • Ausbreitungsverhältnisse:
    Ausbreitung ist der Transport und die Verteilung von Emissionen in der Atmosphäre. Grundsätzlich nehmen die Immissionskonzentrationen mit zunehmender Entfernung von der Emissionsquelle ab. Die Ausbreitungsverhältnisse sind abhängig von Temperatur, Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung, Bewölkung und Niederschlag.

B                                                      Seitenanfang

  • Belastungsgebiet:
    durch Messungen abgrenzbare Region, in der erhöhte Konzentrationen biologisch wirksamer Schadstoffe nachweisbar sind. Als Belastungsgebiete gelten u.a. Industriestandorte, Autobahnen und Straßen sowie Großstädte. Der Begriff "Belastungsgebiet" findet sich auch im Smogalarmgesetz und bezeichnet dort jene Gebiete, in denen Grenzwerte nach der Warnstufe 1 überschritten werden.
     
  • Benzo(a)pyren:
    hat die chem. Formel C20H12, ist ein polycyclischer, aromatischer Kohlenwasserstoff und krebserregend. Die Benzo(a)pyrenkonzentration in Ballungsräumen ist um ein vielfaches höher als in ländlichen Bereichen. Belastungsquellen sind Dieselruß. Benzol ist eine stark giftige, farblose, brennbare Flüssigkeit, die erst unter extremen Bedingungen zersetzbar ist. Die Gewinnung erfolgt vor allem aus Erdöl und Steinkohle. Verwendung als Zusatz in Motorbenzin, als Ausgangsstoff für die Synthese organischer Verbindungen, die Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen und Insektiziden sowie als Lösemittel für Kautschuk, Wachse und Öle. Benzol ist giftig, krebserregend (Leukämie), blut- und chromosomenschädigend, eine unschädliche Mindestkonzentration kann nicht angegeben werden. Die schädliche Wirkung erfolgt nicht durch das Benzol selbst, sondern durch Stoffwechselprodukte.
     
  • Bergerhoff-Verfahren:
    dient zur Erfassung von Staubteilchen, die sich in der Atmosphäre befinden. Ziel der Staubniederschlagsmessung ist es, die in einer bestimmten Zeit aus der Atmosphäre ausfallende Menge fester und flüssiger Substanz - mit Ausnahme des Wasseranteiles - zu erfassen (Deposition). Das Ergebnis wird auf 28 Tage und 1 m2 bezogen. Neben dieser quantitativen Staubbelastungsbestimmung können im Labor noch qualitative Analysen (organische Stoffe, Eisen, Schwermetalle) durchgeführt werden.
     
  • Bioindikator:
    Bezeichnung für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, deren Vorkommen oder leicht erkennbares Verhalten sich mit bestimmten Umweltbedingungen so eng korrelieren lassen, dass man sie als Indikator zur Beurteilung des Luftzustandes verwenden kann. Zur Beurteilung der Luftverschmutzung werden verwendet:
    empfindliche Flechten und Moose (allgemeine Immissionen), Buchweizen, Luzerne und Fichte (Schwefeldioxid), Tabak, Brennnessel und Spinat (Ozon), Gartenbohnen (Schwermetallstäube), Petunie und Tomate (Äthylen), Petersilie und Gladiole (Fluorwasserstoff), Hängebirke und Walderdbeere (Chlorwasserstoff), Erbsen und Spinat (Schwefelwasserstoff), Sonnenblume und Rosskastanie (Ammoniak) sowie Sojabohne (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe).
     
  • Bioindikatornetz:
    Die großräumigen Belastungen durch Luftschadstoffe über längere Zeiträume hinweg können durch eine große Anzahl von identen Bioindikatorpflanzen beurteilt werden. In der Steiermark liegen jährlich über 4.000 Analysedaten von etwa 2.000 Fichten-Probebäumen vor, mit deren Hilfe eine flächendeckende Zonierung der Schwefelbelastung möglich ist.
     
  • Bleikerzen:
    Integrales Messverfahren zur Bestimmung der SO2-Deposition. Flächenförmig aufgetragenes Bleidioxid (PbO2) absorbiert aus der freien Atmosphäre schwefelhaltige, gasförmige Luftverunreinigungen unter Bildung von Bleisulfat (PbSO4). Die Menge des gebildeten PbSO4 ist proportional zur Menge der gasförmigen Schwefelverbindungen und zur Expositionszeit. Da Schwefeldioxid (SO2) im Vergleich zu anderen Schwefelverbindungen als Luftschadstoff dominiert, gestattet eine quantitative Sulfat-Bestimmung (berechnet als SO3) Rückschlüsse auf die mittlere SO2-Immission während der Expositionszeit.
     
  • BTX:
    Abkürzung für Benzol, Toluol und Xylole.

C                                                      Seitenanfang

  • Cadmium:
    silberweißes, weiches Schwermetall mit dem chem. Zeichen Cd. Das Metall fällt u.a. bei der Zinkgewinnung an und wird verwendet für Akkumulatoren, Korrosionsschutz, Farbpigmente (gelb) und Stabilisatoren für PVC, Legierungen und in der Kerntechnik. Cadmium und seine Verbindungen sind für Pflanzen und Tiere giftig. Eine langjährige Inhalation von cadmiumhaltigem Staub (z.B. in Industriebetrieben) führt zu Lungen- und Nierenschäden. Wichtigste Cadmiumquellen für den Menschen sind Nahrungsmittel (vor allem die Innereien von Schwein und Rind) und das Rauchen. In die Böden gelangt Cadmium durch Phosphatdünger und Staubimmissionen.

D                                                      Seitenanfang

  • Deposition:
    Ablagerung von (Luft-)Schadstoffen am Wasser, am Boden, an Pflanzen und Gebäuden. Sie kann trocken (Schadstoffe sind an Stäube gebunden oder werden adsorptiv festgehalten) oder nass (Schadstoffe durch Nebel, Regen oder Schnee ausgewaschen) erfolgen. Die nasse Deposition von Schwefel- und Stickstoffoxiden wird als "Sauer Regen" bezeichnet. Die Deposition in Waldgebieten ist bis zu 20x höher als im Freiland, da die Bäume mit ihrer großen Blattoberfläche die Luft auskämmen (Filterwirkung des Waldes).
     
  • Diffuse Quelle:
    Bei diffusen Quellen ändern sich Kenngrößen der Emission (Schadstoffkonzentration, Austrittsgeschwindigkeit) besonders stark von der Zeit und vom Ort. Das macht eine Quantifizierung dieser Quellen besonders schwierig. Bei den Kohlenwasserstoffen machen solche diffusen Quellen (z.B. Tankstellen, Lösungsmittel) einen großen Teil an den Gesamtemissionen aus. Als Beispiele gelten Straßen, Deponien, Lagerungen von staubenden oder geruchsintensiven Stoffen im Freien etc. 
     
  • Diffusion:
    selbständig verlaufende Vermischung von miteinander in Berührung stehenden Stoffen (z.B. Gasgemischen, Flüssigkeiten, Lösungen) verschiedener Konzentration infolge ihrer Wärmebewegung. Dadurch ist ein Stofftransport an einem Konzentrationsgefälle bis zum Konzentrationsausgleich möglich.
    Beispiele: Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft in das Blut.
     
  • Dioxine:
    chlorierte Derivate des Dibenzodioxins. Sie entstehen bei der Herstellung von Herbiziden und Desinfektionsmitteln, in der metallverarbeitenden Industrie, bei Verbrennungsvorgängen sowie bei der Chlorbleiche in der Papierindustrie, also bei allen Prozessen, bei denen die Komponenten Sauerstoff, Kohlenwasserstoffe und Chlor vorhanden sind. Die giftigste Verbindung ist das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (TCDD). Dioxine sind chemisch und thermisch sehr beständig und in der Umwelt praktisch nicht abbaubar. Über Anreicherungsprozesse gelangen sie auch in die Nahrung des Menschen. Der bekannteste Dioxinunfall war 1976 in Seveso.

E                                                      Seitenanfang

  • Emission:
    Abgabe von (Luftschad-)Stoffen, Energie und Strahlen an die Umgebung.
     
  • Emissionskataster:
    Darstellung von Emissionsdaten verschiedener Emittentengruppen für ein bestimmtes Gebiet (z.B. Ballungsräume). Durch den Vergleich von Katastern, die zu verschiedenen Zeitpunkten erstellt wurden, lässt sich auch eine zeitliche Entwicklung der Emissionssituation verfolgen und die Wirksamkeit gesetzter umweltpolitischer Maßnahmen ableiten.
     
  • Emittent:
    Quelle einer Emission; als natürliche Emittenten von Luftschadstoffen gelten Vulkane und Geysire, als anthropogene Emittenten der Kfz-Verkehr, Hausbrand, Kraftwerke, Gewerbe und Industrie.
     
  • Expositionszeit:
    Zeit, die ein Körper einer bestimmten (Umwelt-)Beeinflussung ausgesetzt ist.

F                                                      Seitenanfang

  • Fernverfrachtung:
    Transport von (Luft-)Schadstoffen über weite Entfernungen, eingebunden in Luftmassen.
     
  • Flüchtige Kohlenwasserstoffe:
    in unsere Atmosphäre werden mehr als 1000 flüchtige organische Verbindungen (VOC) emittiert. Sie werden fallweise mit dem Geruchssinn wahrgenommen und sind dann Ursache für Belästigungen. Viele sind mitverantwortlich für die Bildung des photochemischen Smogs.
     
  • Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW):
    sie sind chemisch sehr stabil, nicht brennbar und werden als Kältemittel für Kühl- und Gefriergeräte, Wärmepumpen und Klimaanlagen, als Schäumungsmittel für Kunststoffe, als chemische Reinigungsmittel und als Treibgase verwendet. Bereits seit 1974 stehen sie in Verdacht, die Ozonschicht in der Stratosphäre zu zerstören, wofür die in den FCKW enthaltenen Chloratome verantwortlich sind. Durch die UV-Strahlung werden die Chlorverbindungen gespalten und Chlor-Radikale freigesetzt, welche die Ozonmoleküle zerstören. Die Folge ist eine erhöhte UV-Einstrahlung auf die Erde. Die Verwendung von vielen Substanzen dieser Klasse wurde bereits gesetzlich verboten bzw. limitiert.
     
  • Formaldehyd:
    einfachste Verbindung der Aldehyde mit der chem. Formel HCHO. Wasserlösliches, sehr reaktionsfreudiges, säuerlich-stechend riechendes Gas. Es wird aus Methanol gewonnen und für Kunstharze, als Reduktionsmittel, für Farbstoffe, Gerbstoffe, Desinfektions- und Saatbeizmittel, Bindemittel für Spanplatten sowie für Kleber verwendet. Formaldehyd entsteht bei fast allen Verbrennungsprozessen (Abgase von Autos und Gasherden, im Tabakrauch). Formaldehyddämpfe wirken stark reizend auf Schleimhäute und verursachen Entzündungen der Atemwege, mutagene und krebserregende Wirkungen sind nicht ausgeschlossen. Allergien entstehen bei direktem Kontakt mit Formalin (flüssiges Formaldehyd). Hauptemissionsquellen im Freien sind der Kfz-Verkehr, in Innenräumen meist Kunstharze, Klebestoffe oder Desinfektionsmittel.
     
  • Forstschädliche Luftverunreinigungen:
    Bezeichnung für all jene Luftschadstoffe, die negative Auswirkungen auf den Wald sowie auf die Böden haben. Dazu zählen alle Stäube (angereichert mit Schwermetallen), der Saure Regen (mit schwefeligen und salpetrigen Säuren) sowie der photochemische Smog. Die räumliche Verteilung sowie die schädlichen Auswirkungen werden über das Bioindikatornetz sowie über forstrelevante Messstationen ermittelt.
     
  • Fossile Energieträger:
    sind Kohle, Erdöl und Erdgas. Sie sind durch geologische Vorgänge aus organischer Materie entstanden.

G                                                      Seitenanfang

  • Gas:
    bezeichnet einen Aggregatzustand der Materie, bei dem sich die Moleküle frei im Raum bewegen können. Diese Stoffe nehmen also keine bestimmte Gestalt an und füllen den ihnen zur Verfügung stehenden Raum vollständig aus. Dabei wird auf die Gefäßwände eine Kraft ausgeübt, die bei gegebener Stoffmenge umso größer wird, je kleiner das Volumen und je größer die Temperatur wird. Die zwischenmolekularen Kräfte, die noch in der Flüssigkeit den Zusammenhang und damit die Volumsbeständigkeit bewirken, treten gegenüber der Bewegungsenergie der Moleküle stark zurück. Die Geschwindigkeit, mit der sich Gasmoleküle bewegen, ist sehr hoch. Bei 20°C saust ein kleines Molekül (z.B. Kohlendioxid) mit einer Geschwindigkeit von über 400 m/s durch den Raum.
     
  • Globalstrahlung:
    ist die auf eine horizontale Fläche auftreffende solare Gesamtstrahlung, bestehend aus der direkten kurzwelligen Solarstrahlung (parallele Strahlen, die direkt aus der Sonne kommen) und langwelliger diffuser Himmelsstrahlung (durch Streuung aus allen Richtungen auf die Erdoberfläche auftreffende Strahlen). Die Solarkonstante außerhalb der Erdatmosphäre liegt bei 1,35 kW/m2. Auf dem Weg durch die Atmosphäre zur Erdoberfläche gehen rund 27 % der Solarleistung durch Reflexion und rund 26 % durch Absorption verloren. Die jährliche Gesamtstrahlung auf der Erdoberfläche beträgt etwa 705 Mio. TWh. In äquatornahen Wüstengebieten liegt die jährliche Globalstrahlung bei etwa 2.200 kWh/m2, in Österreich bei nur 900-1100 kWh/m2 bei einem Direktstrahlungsanteil von etwa 50 %.
     
  • Grenzwert:
    Zulässiger Höchstwert für Emissionen und Immissionen von Schadstoffen, Lärm, Strahlung, usw. Grenzwerte sollen Bevölkerung und Umwelt vor negativen (z.B. gesundheitlichen) Beeinträchtigungen schützen. Sie stellen allerdings keine wissenschaftliche Trennungslinie zwischen Unbedenklichkeit (Ungefährlichkeit) und Gesundheitsrisiko dar, sondern sind meist ein gesellschaftlich akzeptabler Kompromiss zwischen zugemuteten gesundheitlichen Risiken und wirtschaftlichen Kosten. Grenzwerte werden auf dem Verordnungswege von den Landesregierungen (z.B. Immissionsgrenzwerteverordnung) oder durch Gesetze von der Bundesregierung (z.B. Smogalarmgesetz) festgelegt bzw. wissenschaftlich publiziert.

H                                                      Seitenanfang

  • Hausbrand:
    ist die Summe aller in Haushalten betriebenen Feuerungen und der durch sie verursachten Emissionen. Die Emissionsanteile des Hausbrandes betragen (Beispiel Graz): ca. 64 % beim Schwebstaub (vor allem durch Holz und Kohle), ca. 83 % beim Schwefeldioxid, ca. 53 % beim Kohlenmonoxid, ca. 42 % bei den Kohlenwasserstoffen und etwa 23 % bei den Stickstoffoxiden.
     
  • High-Volume Sampler:
    Gerät zur kontinuierlichen Staubsammlung; aufgrund des großen Luftdurchsatzes kann der anfallende Staub auch auf Inhaltsstoffe (Schwermetalle) untersucht werden.

I                                                        Seitenanfang

  • ICP-AES:
    Induktiv gekoppeltes Plasma-Atomemissionsspektrometrie; Verfahren zur Bestimmung von Spurenelementen (Schwermetalle) in Proben.
     
  • Immission:
    ist die Einwirkung von emittierten Schadstoffen auf Pflanzen, Tiere und Menschen sowie Gebäude, das Ausmaß der Schadstoffeinwirkung hängt von der Konzentration am Ort und der Dauer dieser Einwirkung ab. Als Immissionswert wird meist die Schadstoffmenge pro Menge Luft (meist mg Schadstoff in m3 Luft) angegeben. Die Luft in Ballungsräumen ist von mehreren hundert Schadstoffen verunreinigt, Immissionen zeigen auch Summations- und Kombinationswirkungen und werden durch verschiedene, jeweils auf bestimmte Schadstoffe abgestimmte Meßmethoden erfasst.
     
  • Innenraumbelastung:
    Bezeichnung für Luftverunreinigungen in Wohnung, Büro u.a. Aufenthaltsräumen sowie im PKW. Der Innenraumluft kommt hauptsächlich aus zwei Gründen eine besondere Bedeutung zu:
    1. Die Einführung neuartiger Baustoffe, Renovierungsmaterialien u. Verarbeitungspraktiken hat in Verbindung mit dem übermäßigen Abdichten von Fenstern u. Türen zur Einsparung von Heizungsenergie dazu geführt, dass in der Innenraumluft speziell für organische Verbindungen Konzentrationen beobachtet werden, die weit über denen der Außenluft liegen.
    2. In den hochindustrialisierten Ländern unserer Klimazonen hält sich der Bürger durchschnittlich bis zu 90 % des Tages in geschlossenen Räumen aller Arten (einschließlich der Transportmittel) auf. Mindestens die Hälfte dieser Zeit wiederum dürfte auf den eigentlichen Wohnbereich entfallen. Gerade Angehörige der Risikogruppen wie Kleinkinder, kranke u. alte Menschen halten sich teilweise ausschließlich in Innenräumen auf.
     
  • Integrale Messung:
    Integrale Meßmethoden sind in der Lage, langfristige Belastungen von Gebieten zu erkennen und aufzuzeigen. Kurzzeitige Belastungsspitzen können nicht verfolgt werden. Ihr Vorteil liegt in den im Vergleich zur kontinuierlichen Erfassung von Luftschadstoffen deutlich geringeren Kosten. Durch diese kostengünstige, energienabhängige und betreuungsarme Alternative und Ergänzung zu den automatischen Messstationen wird es möglich, auch flächenhafte Aussagen zu treffen. Bei der Betrachtung der Messergebnisse müssen jedoch auch Schwächen von integrierenden Methoden mit einfachem Versuchsaufbau berücksichtigt werden. Die Möglichkeit, dass Störungen die Ergebnisse von Einzelmessungen verfälschen, ist relativ groß, und muss daher bei der Interpretation entsprechend beachtet werden.
     
  • Inversion:
    (Temperatur-)Umkehrung; Bezeichnung für eine charakteristische Temperaturschichtung in der Troposphäre, die meist von Windstille oder schwachen Winden gekennzeichnet ist. Normalerweise nimmt die Temperatur der Luftschichten mit steigender Höhe ab, wodurch warme (mit Schadstoffen belastete) Luftmassen bis in große Höhen aufsteigen können. Bei einer Inversion liegen warme Luftmassen auf bodennahen kalten Luftschichten, wodurch aufsteigende Abgase nur bis zu der Luftkörper-Grenzschicht aufsteigen können (sie verlieren in der wärmeren Luft ihren Auftrieb). Unter dieser Sperrschicht reichern sich daher Schadstoffe in den bodennahen Luftschichten an. Zwei Inversionstypen werden unterschieden: Bodeninversion (in klaren Nächten zu allen Jahreszeiten) und freie Inversion (meist im Winter durch Luftströmungen).

K                                                      Seitenanfang

  • Kalibrierung:
    richtiges Einstellen von (Luft-)Messgeräten nach vorgegebenen Normwerten.
     
  • Klima:
    Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen für einen bestimmten Ort auf der Erdoberfläche (bzw. für ein bestimmtes Gebiet) während eines bestimmten Zeitraumes. Das Klima ist eine Folge physikalischer Vorgänge in der Atmosphäre, die durch die Sonneneinstrahlung hervorgerufen werden. Es ist von der geografischen Breite, Verteilung von Festland und Meer, Relief, Vegetation, Bebauung usw. abhängig. Unterschieden werden das Makroklima (Klima im eigentlichen Sinn, das die Klimazonen ausprägt), das Lokalklima (z.B. Stadtklima) und das Mikroklima (z.B. an einem Waldrand).
     
  • Klimaelemente:
    Sammelbezeichnung für Luftfeuchtigkeit, Wind, Temperatur, Sonnenstrahlung und Niederschläge. Die Klimaelemente beeinflussen einzeln oder gemeinsam die Transmission von Luftschadstoffen in der Atmosphäre und sind ein essentieller Faktor bei der Beurteilung von Luftmessergebnissen.
     
  • Klimafaktoren:
    Naturräumliche Gegebenheiten, von denen die Klimaelemente beeinflusst werden (z.B. Ortographie)
     
  • Kohlendioxid:
    farbloses, unbrennbares, schwach säuerlich riechendes und schmeckendes Gas mit der chem. Formel CO2. Es kommt in einer Menge von etwa 0,03 Vol-% natürlich in der Luft und auch in Mineralquellen vor. Kohlendioxid wird durch die Photosynthese der grünen Pflanzen mit Hilfe von Sonnenlicht in Kohlenstoff und Sauerstoff zerlegt, wobei der Kohlenstoff in die Pflanzenmasse eingebaut (organische Materie) und der Sauerstoff abgegeben wird. Bei der Energiegewinnung tierischer Organismen (Atmung, Verdauung) wird dieser gebundene Kohlenstoff wiederum mit Sauerstoff "verbrannt" und als Kohlendioxid abgegeben. Auch bei biologischen Abbauvorgängen (Verrottung) wird CO2 frei. Kohlendioxid ist ein klimarelevantes Spurengas - es bestimmt maßgeblich die Regulation des Wärmehaushalts der Erde.
     
  • Kohlenmonoxid:
    farbloses, geruchloses, sehr giftiges und brennbares Gas mit der chemischen Formel CO. Es entsteht durch unvollständige Verbrennung organischer Stoffe (z.B. Schwelbrände, Zigarettenrauch, Abgase von Verbrennungsmotoren) oder durch Fäulnis (Zersetzung von organischer Materie unter Sauerstoffmangel). Eine Dauerkonzentration von 0,05 Vol-% Kohlenmonoxid in der Atemluft wirkt beim Menschen tödlich, da dieses anstelle von Sauerstoff an das Hämoglobin des Blutes angelagert wird und dadurch der Sauerstofftransport unterbrochen wird. Als Luftschadstoff entsteht Kohlenmonoxid hauptsächlich durch Verkehrsabgase und den Hausbrand
     
  • Kohlenwasserstoffe:
    große Gruppe chemischer Verbindungen, die nur aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen (CxHx). Kohlenwasserstoffe sind brennbar und bilden die Grundkörper aller organischen Verbindungen, sie lassen sich zu Kohlendioxid und Wasser "verbrennen". Technisch spielen sie als Bestandteile von Kraftstoffen, Lösungsmitteln sowie chemischen Rohstoffen eine große Rolle. Natürliche Emissionen an Kohlenwasserstoffen kommen aus der Vegetation (z.B. Terpene, Isopren), anthropogene Emissionen aus Lösungsmitteln, dem Kfz-Verkehr und diversen Wirtschaftsbetrieben. Sowohl als Primär- wie auch als Sekundärschadstoffe sind Kohlenwasserstoffe von lufthygienischer Bedeutung, da sie gemeinsam mit den Stickstoffoxiden und Sonnenlicht zur Bildung von photochemischem Smog und Ozon beitragen.
     
  • Kontinuierliche Messverfahren:
    Bei kontinuierlich arbeitenden Messverfahren kann der zeitliche Verlauf der Messgröße wiedergegeben werden, während bei diskontinuierlichen Verfahren die Messgröße als Mittelwert über die Probenentnahmezeit vorliegt. Die Messwerte werden fortlaufend erfasst und ausgegeben bzw. angezeigt. Die Erfassung von "Momentanwerten" ist möglich.
     
  • Konzentration:
    ist der Anteil einer Komponente an der Masse eines Gemisches, sie stellt also eine Gehaltsangabe dar. Sie wird angegeben in Massenanteilen oder Volumsanteilen, aber auch Angaben von Massenanteilen pro Volumen (z.B. mg/l, mg/m3) sind gebräuchlich.
     
  • Korngröße:
    sie unterteilt den in der Luft vorhandenen Schwebstaub in Grob- und Feinstaub. Bei Korngrößen von über 10 µm spricht man von Grobstaub, zwischen 1 und 10 µm von Feinstaub und unter 1 µm von Feinststaub.



L                                                      Seitenanfang

  • Labile Schichtung:
    sie ist in der Atmosphäre dann vorhanden, wenn die Abnahme der Temperatur größer als 1°C pro 100 m ist. Die Labilität hängt stark mit der Luftfeuchtigkeit zusammen und begründet Wetterphänomene wie Gewitter.
     
  • Lösemittel = Lösungsmittel:
    sind Stoffe, die andere auf physikalischem Weg zur Lösung bringen können. Das heißt, dass der gelöste Stoff nicht verändert wird. Das gängigste und für den Ablauf biologischer Prozesse entscheidende Lösungsmittel ist Wasser. Aber auch Kohlenwasserstoffverbindungen werden häufig als Lösungsmittel (für Lacke, Klebstoffe, Schmutz, ...) eingesetzt.
     
  • Luftfeuchtigkeit:
    ist die Menge des in der Luft enthaltenen Wasserdampfs. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt die insgesamt vorhandene Wassermenge in g/m3 an, die relative Luftfeuchtigkeit gibt das Verhältnis der maximal möglichen zur tatsächlichen Luftfeuchte an.
     
  • Luftgüteüberwachungssystem:
    dieses umfasst die Luftgüteüberwachungszentrale sowie die Gesamtheit aller automatischen Messstationen (das forstrelevante Messnetz, die Messnetze in Ballungsräumen, das emittentenbezogene Messnetz, die mobilen Messcontainer für lokale Messungen) sowie die integralen Messungen.
     
  • Luftverschmutzung:
    Gesamtbegriff für die Verunreinigung der Atmosphäre mit einer Vielzahl verschiedener chemischer Substanzen, die umwelt- und gesundheitsgefährdend sein können.

M                                                      Seitenanfang

  • MAK-Wert:
    Abkürzung für maximale Arbeitsplatzkonzentration. Ein MAK-Wert ist laut Definition der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnisse auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich achtstündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt.
     
  • Meteorologie:
    Physik der Atmosphäre mit verschiedenen wissenschaftlichen Teilgebieten (z.B. Klimatologie, Synoptik, u.a.).
     
  • Mikrogramm (µg):
    Der millionste Teil eines Gramms (10-6g)
     
  • Milligramm (mg):
    Der tausendste Teil eines Gramms (10-3g)

O                                                      Seitenanfang

  • Ozon:
    ist ein reaktives, leicht stechend riechendes Gas mit Molekülen aus je drei Sauerstoffatomen, chem. Formel O3. In den unteren Schichten der Atmosphäre kommt sogenanntes "bodennahes Ozon" als Spurengas natürlich vor, wird darüber hinaus bevorzugt in den Sommermonaten mit starker Sonneneinstrahlung als Luftschadstoff aus verschiedenen Vorläufersubstanzen (Kohlenwasserstoffe, Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid) gebildet oder entsteht u.a. in Kopierern oder Laserdruckern. Aufgrund seiner starken Oxidationswirkung kann Ozon als Desinfektionsmittel (z.B. Trinkwasserentkeimung) verwendet werden, ist aber bei hohen Konzentrationen auch gesundheitsschädigend (Lungenerkrankungen, Atembeschwerden, Schleimhautreizungen, Übelkeit, Schwächung des Immunsystems). Aufgrund dieser Gefährdung wurde von der Akademie der Wissenschaften bereits im August 1989 ein Vorsorgegrenzwert in Höhe von 0,120 mg/m3 (als Halbstundenmittelwert) veröffentlicht. Das Ozongesetz aus dem Jahr 1992 fixiert folgende Warnstufen (jeweils als Dreistundenmittelwert): Vorwarnstufe = 0,200 mg/m3, Warnstufe 1 = 0,300 mg/m3, Warnstufe 2 = 0,400 mg/m3.
     
  • Ozondatenverbund:
    Zusammenschluss aller Immissionsmessnetzbetreuer Österreichs in einem EDV-Netz
     
  • Ozonloch:
    so bezeichnet man eine extreme Störung der chemischen Zusammensetzung der Stratosphäre, bei der es zu einer großräumigen Vernichtung der Ozonmoleküle kommt. Den stärksten Ozonabbau findet man über der Antarktis, wobei in Höhen zwischen 15 und 20 km bis zu 90 % des Ozons (im antarktischen Winter 1989) verschwinden und ein "Loch" im UV-Schutzschild der Ozonschicht entsteht. Am Nordpol wurde bisher ein maximaler Ozonabbau von etwa 20 % registriert. Humanpathogene Folgen der erhöhten UV-Einstrahlung sind Hautkrebs und Grauer Star.
     
  • Ozonschicht:
    in der Stratosphäre wird in einer Höhe von etwa 10 bis 50 km durch die UV-Strahlung der Sonne die sog. Ozonschicht gebildet. Sie bewirkt, dass die Temperatur in dieser Höhe von etwa -50°C wieder bis auf etwa 0°C zunimmt und schützt die Erdoberfläche vor der UV-Strahlung. Im Äquatorbereich ist die Ozonschicht dicker als an den Polen. Durch Luftschadstoffe wie chlorierte Kohlenwasserstoffe (FCKW) oder Chlorfluorkohlenstoffe (CFK) kommt es zum Ozonabbau, seit 1970 weltweit um ca. 5 %.
     
  • Ozonüberwachungsgebiet:
    nachdem Ozonbelastungen immer großräumig auftreten, wurde Österreich gemäß § 1 des Ozongesetzes (BGBl. Nr. 210/1992) in 7 Ozonüberwachungsgebiete eingeteilt

P                                                      Seitenanfang

  • Passivsammler:
    Vorrichtung zur Sammlung von Luftschadstoffen, die ohne aktive Ansaugung der Probe (Pumpe) arbeitet. Für die Probenahme wird der Passivsammler der Umgebungsluft ausgesetzt. Der Stofftransport erfolgt durch Diffusion zu einer Sammelschicht (z.B. Aktivkohle).
     
  • Photochemischer Smog:
     (= Sommersmog, "Los-Angeles-Smog"). Im Unterschied zum Wintersmog, bei dem Verbrennungsprodukte und Stäube direkt gesundheitsschädigend wirken, wird die schädigende Wirkung des Sommersmogs durch Photooxidantien verursacht. Diese bilden sich unter Einfluss von Sonnenstrahlung aus Vorläufersubstanzen und führen schon bei niedrigen Konzentrationen zu Schleimhautreizungen und Lungenbeeinträchtigungen sowie zu Schäden bei Pflanzen. Vor allem Industrieregionen und Ballungsräume mit einem starken Verkehrsaufkommen sind Sommersmog-gefährdet. Zu den Photooxidantien zählen z.B. Ozon und PAN (Peroxyacetylnitrat).
     
  • Photooxidantien:
    bilden sich aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen und Sauerstoff unter dem Einfluss intensiver Sonnenstrahlung. Zu diesen gehören Ozon, Peroxyacetylnitrat (PAN), Salpetersäure und sonstige Reaktionsprodukte, die oxidierende Eigenschaften haben. Den Photooxidantien wird einerseits eine Mitverantwortung für die weltweit auftretenden Waldschäden zugesprochen.
     
  • Ppm:
    (parts per million = ein millionstel Teil). Anteil eines Stoffs im Vergleich zu einer Million Teilen des Gesamtgemisches.
     
  • Ppb:
    (parts per billion = ein milliardstel Teil). Anteil eines Stoffs im Vergleich zu einer Milliarde Teilen des Gesamtgemisches.

Q                                                      Seitenanfang

  • Qualitätssicherung:
    in allen Details nachvollziehbare "Entstehung" eines Mess- bzw. Mittelwertes

R                                                      Seitenanfang

  • Radikal:
    chemische Bezeichnung für elektrisch neutrale Atome oder Atomgruppen, die ein oder mehrere freie Elektronen besitzen und sehr reaktionsfreudig sind.
     
  • Reinluftgebiet:
    Unscharfe Bezeichnung für Regionen, in denen die lufthygienischen Beeinträchtigungen durch primäre Luftverschmutzungen im Vergleich zu dicht besiedelten Gebieten gering ist. Reinluftgebiete können aber während der Sommermonate durch erhöhte Ozonwerte beeinträchtigt werden.
     
  • Ruß:
    Eine Erscheinungsform des Kohlenstoffs, die sich bei unvollständiger Verbrennung bzw. thermischen Spaltung von dampfförmigen kohlenstoffhaltigen Substanzen bildet, in unerwünschter Weise z.B. bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff in schlecht eingestellten Motoren oder als Schornsteinruß an Feuerstellen usw. Ruß ist ein sehr feines, tiefschwarzes bis graues Pulver, das je nach Bildungsprozess 85 - 98% Kohlenstoff enthält. Solche Produkte können nicht unerhebliche Anteile an karzinogenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen enthalten, die man schon früh für die Entstehung der sogenannte Schornsteinfeger- oder Rußwarze (seit 1755 als "Berufskrankheit" erkannt!) verantwortlich gemacht hatte.

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  • Sauerstoff:
    auf der Erde das häufigste chemische Element mit dem chemischen Zeichen O. Bei Normalbedingungen farb- und geruchloses Gas, welches als O2-Molekül oder kurzzeitig als O3-Molekül auftritt. Sauerstoff wird von grünen Pflanzen durch Photosynthese gebildet (z.B. pro m2 tropischer Regenwald 1,9 bis 3,8 m3 O2 pro Jahr) und von Menschen und Tieren zur Atmung benötigt (bei einem Sauerstoffgehalt der Atemluft von unter 3 Vol-% tritt Erstickungstod ein). Fast alle Elemente reagieren (zum Teil heftig) mit Sauerstoff.
     
  • Saurer Regen:
    Sammelbezeichnung für Niederschläge, die mit schwefeligen und salpetrigen Säuren kontaminiert sind. Das Schwefeldioxid als Basis für die Schwefelsäure stammt meist aus der Verbrennung von Erdölprodukten und Kohle, die Stickstoffoxide als Basis für die Salpetersäure stammen hauptsächlich aus dem Kfz-Verkehr. Der saure Regen ist verantwortlich für Waldschäden und die Übersäuerung von Oberflächengewässern (vor allem in Skandinavien) und von Böden.
     
  • Schwefeldioxid:
    farbloses, stechend riechendes Reizgas mit der chem. Formel SO2. Es entsteht natürlich durch vulkanische Emissionen sowie durch Oxidation von Schwefel, insbesondere bei der Verbrennung von Erdölprodukten und Kohle. Schwefeldioxid war bis zu Beginn der 90iger Jahre auch bei uns einer der Hauptfaktoren der Luftverschmutzung und hauptverantwortlich für den Sauren Regen. Beim Menschen reizt es die oberen Atemwege und die Bindehäute der Augen, bei höheren Konzentrationen führt es zu schweren Lungenerkrankungen (Asthma, Lungenentzündung, Bronchialkatarrh). Auf Pflanzen wirkt Schwefeldioxid mit direkten Verätzungen durch Säurebildung, mit einer Schädigung des Assimilationsgewebes und einer Störung der Keimfähigkeit, Schwefeldioxidkonzentrationen erreichen im Winterhalbjahr ihr Maximum. Hauptemittenten sind industrielle und gewerbliche Betriebe sowie der Hausbrand.
     
  • Schwefelwasserstoff:
    farbloses, nach faulen Eiern riechendes, sehr giftiges Gas mit der chem. Formel H2S. Es entsteht in der Natur bei der Zersetzung von schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnisbakterien und findet sich in vulkanischen Gasen und Schwefelquellen. Anthropogen bedingte Emissionen gibt es bei Kläranlagen, Güllegruben sowie in der Mineralöl- und Zellstoffindustrie.
     
  • Schwermetalle:
    Bezeichnung für Metalle mit einer Dichte über 3,5 bis 5 g/cm3. Da viele Schwermetalle (z.B. Blei, Quecksilber, Kupfer, Zink, Chrom, Cadmium, Cobalt, Nickel) nicht nur in elementarer Form (als Staub) sondern besonders in Form ihrer löslichen Salze stark toxisch wirken, wird deren Anreicherung in der Natur große Beachtung zu schenken sein. Es gibt lebensnotwendige (essentielle) Schwermetalle (z.B. Zink, Eisen, Mangan, Kupfer) und giftige Schwermetalle (z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber). Die Quellen für die Schwermetall-Immissionen sind teils natürlichen Ursprungs (Vulkane, Verwitterung), teils anthropogen als Folge der Industrialisierung (Rauchgase, Fabrikabwässer, Sondermüll, Autoabgase).
     
  • Smog:
    der Begriff ist ein Kunstwort, welches sich aus den beiden englischen Worten "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel) zusammensetzt. Unterschieden werden Sommersmog (photochemischer Smog) und Wintersmog.
     
  • Smogmessnetz:
    aufgrund der hohen Stickstoffdioxidkonzentrationen im Winter 1988/89 wurde im Raum Graz das sog. Smogmessnetz installiert. In 6 stationären Luftgütemessstationen erfolgt die Messung der smogrelevanten Luftschadstoffe sowie eine permanente Erfassung der wichtigsten meteorologischen Daten.
     
  • Spurengase:
    Neben den Hauptgasen der Erdatmosphäre (Stickstoff, Sauerstoff, Argon und Kohlendioxid) gibt es eine Vielzahl von Spurengasen, die alle in ganz geringen Konzentrationen vorkommen, aber entscheidenden Einfluss auf die chemischen Prozesse in der Lufthülle haben. die wichtigsten Spurengase in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit: Wasserdampf (H2O), Neon (Ne), Helium (He), Krypton (Kr), Methan (CH4), Wasserstoff (H2), Distickstoffoxid (N2O), Chlorwasserstoff (HCl), Fluorwasserstoff (HF), Methylchlorid (CH3Cl). Manche entstehen durch natürliche Prozesse wie Gewitter, Vulkanismus oder biogenen Abbauvorgängen in den Meeren.
     
  • Staub:
    ist die disperse Verteilungen fester Stoffe in Gasen, entstanden durch mechanische Prozesse oder durch Aufwirbelung. Staub gehört zusammen mit Rauch und Nebel zu den Aerosolen. Bei Stäuben, die aus Verbrennungsprozessen entstehen, spricht man von Rauch. Ihre Korngröße liegt meist unter 1µm, bis in Größenordnungen von 0,01 µm. Ein nennenswertes Sedimentieren ist erst bei Teilchen >10 µm möglich. Die Sinkgeschwindigkeit eines kugelförmigen Teilchens von 10 µm Durchmesser u. der Dichte 1 g/cm3 in ruhender Luft ist etwa 3 mm/s. Den Korngrößenbereich <10 µm bezeichnet man als Feinstaub. Atmet der Mensch Staub ein, dann werden Teilchen oberhalb 10 µm bereits überwiegend von den Nasenschleimhäuten abgefangen, während kleinere Partikel bis in die Bronchien vordringen. Teilchen unterhalb 5 µm dringen zunehmend bis in feinste Lungenwege, den sog. Alveolen, vor, in denen der Stoffaustausch stattfindet. Auf Grund der großen Oberfläche oder durch die Entstehung können an Feinstaub Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe angelagert sein. Hauptemittenten sind der Hausbrand und die Betriebe.
     
  • Staubinhaltsstoffe:
    Auf Grund der großen Oberfläche können inerte Stäube Schadstoffe (z.B. Schwermetallverbindungen, Schwefeldioxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) adsorbieren und diese so in hohen Konzentrationen in den Körper gelangen. Besonders in Industriegebieten weist der Staub hohe Belastungen an gesundheitsgefährdenden Substanzen auf. Das Auftreten von Atemwegserkrankungen (z.B. Pseudokrupp bei Kindern) wird auf diese Staubinhaltsstoffe zurückgeführt.
     
  • Stickstoff:
    Hauptbestandteil der Atmosphäre mit dem chemischen Zeichen N. Bei Normalbedingungen farb- und geruchloses Gas, welches als N2-Molekül vorkommt. Dieses sehr reaktionsträge Gas reagiert erst bei sehr hohen Temperaturen (über 1000°C) mit Sauerstoff unter der Bildung von Stickstoffoxiden. Stickstoff findet sich in gebundener Form in Ammonium-, Nitrat-, Nitrit- und Amidverbindungen. Er ist essentieller Bestandteil aller Eiweißkörper (Aminosäuren) und daher für alles Lebendige (Grundsubstanz für die pflanzliche Entwicklung).
     
  • Stickstoffdioxid:
    bräunliches, stechend riechendes Gas mit der chemischen Formel NO2. Es entsteht natürlich durch Gewitter, durch Oxidation von Stickstoff bei der Verbrennung von Erdölprodukten und Kohle oder durch die thermische Reaktion von Stickstoffmonoxid mit Sauerstoff. Stickstoffdioxid ist einer der Hauptfaktoren der Luftverschmutzung und mitverantwortlich für den Sauren Regen. Beim Menschen reizt es schon bei geringer Konzentration die oberen Atemwege und die Bindehäute der Augen, bei höheren Konzentrationen führt es zu schweren Lungenerkrankungen (Asthma, Lungenentzündung, Bronchialkatarrh) bis zum Atemstillstand. Auf Pflanzen wirkt Stickstoffdioxid mit einer Bleichung und vorzeitigen Alterung der Blätter und durch Verätzung durch die Bildung von Salpetersäure. Stickstoffdioxid ist im Sommer eine wichtige Vorläufersubstanz für Photooxidantien, im Winterhalbjahr erreichen die Immissionen allerdings ihr Maximum, meist begünstigt durch Inversionen. Hauptemittent für Stickoxide ist der Straßenverkehr.
     
  • Stickstoffmonoxid:
    farbloses, erst in höheren Konzentrationen stechend riechendes Gas mit der chemischen Formel NO. es entsteht bei der Verbrennung von Erdölprodukten und Kohle und oxidiert in der Atmosphäre zu Stickstoffdioxid. Hauptemittent ist der Kfz-Verkehr. Stickstoffmonoxid ist in der Luft nie in so hohen Konzentrationen vorhanden, dass Menschen, Tiere oder Pflanzen gefährdet werden.
     
  • Stratosphäre:
    Schließt an die Troposphäre an und reicht von 10 bis in etwa 50 km Höhe. In ihr befindet sich die Ozonschicht.

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  • Transmission:
    ist die Ausbreitung von emittierten Luftschadstoffen in der Atmosphäre. Während des Transports erfolgt eine Verdünnung und Veränderung der Schadstoffe. Die Klimaelemente haben hier einen wesentlichen Einfluss.
     
  • Treibhauseffekt:
    die auf der Erdoberfläche auftreffenden Sonnenstrahlen werden zum Teil absorbiert, reflektiert und auch als langwellige Strahlung in die Atmosphäre rückgestrahlt. Diese Rückstrahlung ist abhängig vom Gehalt der Atmosphäre an Wasserdampf, Kohlendioxid und anderen Spurengasen. Durch den Rückhalt eines Teiles der Rückstrahlung in der Lufthülle hat sich eine mittlere Atmosphärentemperatur von ca. 15°C eingestellt (= natürlicher Treibhauseffekt). Steigt nun die Konzentration der Gase an, erhöht sich auch das Gegenstrahlungsvermögen und dadurch die Atmosphärentemperatur. Durch unkontrollierte Verbrennung fossiler Energieträger wird gebundener Kohlenstoff mobilisiert und der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre steigt an, was eine globale Erwärmung zur Folge hat (= anthropogener Treibhauseffekt). Bis zum Jahr 2100 wird eine Erhöhung der bodennahen Weltmitteltemperatur um bis zu 5°C erwartet.
     
  • Treibhausgase:
    (klimarelevante Spurengase). Sie tragen unterschiedlich zum Treibhauseffekt bei und verweilen zwischen mehreren Monaten bis zu knapp 200 Jahren in der Atmosphäre. Die wichtigsten Gase sind Kohlendioxid, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffe, troposphärisches Ozon sowie Distickstoffmonoxid (Lachgas). Anthropogene Quellen sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas), Verkehrsemissionen, Treibgase, übermäßiger Düngemitteleinsatz, Viehzucht, Reisanbau und Entwaldung.
     
  • Troposphäre:
    sie ist die unterste, wetterwirksame Schicht der Atmosphäre und reicht bis durchschnittlich 10 km Höhe. Sie wird durch Windströmungen intensiv vertikal durchmischt und durch Regen ausgewaschen (Reinigungsprozess). Die Troposphäre ist über dem Äquator bedeutend dicker (17 km) als über den Polen (8 km) und enthält etwa 2/3 der Atmosphärenmasse. Die Zunahme klimarelevanter Spurengase (z.B. Kohlendioxid) in der Troposphäre verändert die Strahlungsbilanz und führt zu einer Erwärmung (= Treibhauseffekt).

U                                                      Seitenanfang

  • Umweltdetektive unterwegs:
    in den Jahren 1995 und 1996 in der Steiermark als Kooperationsprojekt der Fachabteilung Ia des Amts der Stmk. Landesregierung und der ARGE Umwelterziehung Graz durchgeführte Kampagne zur Hebung des Umweltbewusstseins in der Bevölkerung. Ziel war die intensive Auseinandersetzung mit den Problemkreisen Luftreinhaltung, Lärmschutz und Gewässerreinhaltung, wobei Schulen, Lehrer, Lehrerinnen und Vereine angesprochen wurden. Praxisseminare in verschiedenen steirischen Regionen sowie die Erarbeitung von Publikationen (Lehrerhandreichungen, Info-Folder) und von Detektiv-Koffern sollen zu Projekten auf Gemeindeebene führen, bei denen die Umweltsituation ganzheitlich betrachtet wird.
     
  • Unser Lebensmittel Luft:
    Seit dem Jahre 1990 in der Steiermark als Kooperationsprojekt der Fachabteilung Ia des Amts der Stmk. Landesregierung und der ARGE Umwelterziehung Graz durchgeführte Kampagne zur Hebung des Umweltbewusstseins in der Bevölkerung. Ziel war die intensive Auseinandersetzung mit dem Problemkreis der Luftverschmutzung, wobei speziell Multiplikatoren im schulischen Bereich angesprochen wurden. Mehrere Dutzend Seminare und Vorträge wurden in allen Regionen der Steiermark durchgeführt, darüber hinaus wurden diverse Publikationen (Lehrerhandreichungen, Info-Folder, Zeitschriften) direkt an Zielgruppen verteilt.
     
  • UV-Strahlung:
    (= ultraviolette Strahlung). Sie gehört zur elektromagnetischen Strahlung und besitzt eine Wellenlänge zwischen 180 und 400 nm. Die UV-Strahlung schließt sich im Spektrum an das energiereiche (violette) Ende des sichtbaren Lichts an. Die Wirkung der Strahlung ist abhängig von der Wellenlänge, man unterscheidet: UVA (400 - 320 nm), UVB (320 - 280 nm) und UVC (280 - 180 nm). UVA- und UVB-Strahlung gelangen bis auf die Erdoberfläche, die UVC-Strahlung wird in der Ozonschicht absorbiert. UVA ist für die Hautbräunung verantwortlich, UVB bräunt ebenfalls die Haut und aktiviert Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel, bewirkt in höheren Dosen allerdings Sonnenbrand. UVB ist wichtig für Kinder zur Synthese des Vitamin D. UV-bedingte gesundheitliche Folgen durch übermäßiges Sonnenbaden sind vorzeitiges Altern der Haut, Hautkrebs, Grauer Star und Störungen des Immunsystems. die UV-Strahlung wird durch normales Fensterglas weitgehend absorbiert.

V                                                      Seitenanfang

  • Verbrennung:
    Bezeichnung für die chemische Reaktion, bei der sich ein chemisches Element schnell und unter Wärmeabgabe mit Sauerstoff verbindet (z.B. der Kohlenstoff in der Kohle verbrennt zu Kohlendioxid, der Schwefel zu Schwefeldioxid). Viele Brennstoffe benötigen eine bestimmte Entzündungstemperatur, damit die Verbrennungsreaktion einsetzen kann. Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse entstehen Kohlendioxid, verschiedene gasförmige Luftschadstoffe, Staub, Ruß (CO) und Kohlenwasserstoffe (CxHy) bezeichnet, die vor allem in den Sommermonaten bei hoher Strahlungsmenge und höheren Lufttemperaturen zur Bildung des photochemischen Smogs führen. Hauptemittent dieser Substanzen ist der Kfz-Verkehr.

W                                                      Seitenanfang

  • Wetter:
    Bezeichnung für den augenblicklichen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort. Das Wetter ändert sich kurzfristig und fortlaufend.
     
  • Wind:
    meist horizontale, z.T. durch starke vertikale Temperaturunterschiede auch vertikal verlaufende Luftströmung. Lufthygienisch bedeutend sind Talaufwärts- und -abwärtswinde, Fallwinde (Föhn) und Starkwindereignisse (Sturm) sowie Windrichtung und Windgeschwindigkeit (= Windstärke, wird in m/s oder km/h gemessen). Luftschadstoffe werden je nach vorherrschender Windrichtung verfrachtet, mit zunehmender Windgeschwindigkeit werden sie besser durchmischt. Starkwinde wirbeln aber viel Staub auf und verschlechtern somit die Luftsituation. bei störungsfreiem Schönwetter bildet sich das Tal-Berg-Windsystem aus: tagsüber strömt die Luft aus dem Vorland die Täler aufwärts (durch die Erwärmung werden die bodennahen Luftschichten leichter und steigen auf), in den Nacht- und Morgenstunden kehrt sich die Windrichtung um und es kommt zu einer talabwärts gerichteten Strömung (die am Berg erkalteten Luftmassen sinken an den Berghängen ins Tal).
     
  • Witterung:
    Bezeichnung für eine in sich geschlossene, zusammenhängende Folge von einzelnen Wetterabschnitten während einer bestimmten Zeitspanne, also für bestimmte Phasen eines im Grundcharakter gleichen Wettertypus, die sich aber deutlich von anderen Abschnitten unterscheiden.
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