Mobile Luftgütemessungen Wildon und Weitendorf

2009/2010

Weitendorf
Weitendorf© Land Stmk.

Anlass für die mobilen Luftgütemessungen in Wildon und Weitendorf in den Jahren 2009 und 2010 war ein Ersuchen der beiden Gemeinden um ihre Bevölkerung über die Auswirkungen der Errichtung und des Betriebes der Gasverdichterstation Weitendorf der OMV an  der Gas-Pipeline TAG LOOP II  informieren zu können. 

Geplant war, die Immissionssituation vor Inbetriebnahme der Gasverdichterstation zu erheben und durch Wiederholungs- messungen den Einfluss der Anlage auf die lokale Luftgütesituation zu untersuchen. Die Messungen 2009 können allerdings aufgrund von Bauarbeiten an der Anlage und in unmittelbarer Nachbarschaft (ÖBB) nicht als Ist-Zustandserhebung im eigentlichen Sinne angesehen werden. Darüberhinaus ist zu berücksichtigen, dass die Gasverdichterstation nach Auskunft der OMV noch nie im Dauer-Volllastbetrieb war.

Während der Messung in Wildon 2009 herrschten witterungsbedingt günstige Ausbreitungs-bedingungen für Luftschadstoffe vor. Dem entsprechend wurden - wie allgemein in der gesamten Steiermark - keine erhöhten Luftftschadstoffbelastungen registriert. Die Konzentrationen von Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid waren deutlich niedriger als in der benachbarten Bezirkshauptstadt Leibnitz. Ein Einfluss der Emissionen aus den Baustellebereichen wurde nicht festgestellt.

Am Standort Lichendorfstrasse wurden während der Messung 2009 vergleichsweise hohe Feinstaub- und Stickstoffdioxidkonzentrationen registriert, die auch über den Werten von Leibnitz lagen. Während die erhöhten Staubwerte vorwiegend auf diffuse Emissionen der Baustellen zurückzuführen waren, sind die Stickstoffdioxidwerte vorwiegend durch die Nähe zur A9 Phyrnautobahn und die dortigen motorischen Emissionen zu begründen.

Die allgemein deutlich niedrigeren PM10-Konzentrationen während der Messung 2010 war auf bereits geringere Baustellenemissionen und vermutlich günstige Witterungsbedingungen zurückzuführen. Die NO2-Konzentrationen hingegen blieben etwa auf dem Niveau der Messung 2009, während sowohl in Leibnitz als auch in Deutschlandsberg deutlich niedrigere Werte registriert wurden. Auch dies spricht für die A9 als Hauptverursacher bei den Stickstoffoxiden.

Am Standort Weitendorfstrasse lagen die Konzentrationen während der Messung 2009 für alle Schadstoffe deutlich niedriger als in der Lichendorfstrasse, was zum einen mit den günstigeren Ausbreitungsbedingungen für Luftschadstoffe im Messzeitraum, zum anderen auch mit der größeren Entfernung zur Autobahn und den Baustellen zusammenhängen dürfte.

Die Messung 2010 war zunächst von eher kühler, austauschreicher Witterung geprägt, danach stellte sich hochsommerliches Hochdruckwetter ein. Dementsprechend lag die Schadstoffbelastung allgemein auf niedrigem Niveau. 

Insgesamt ist es schwierig, ein generelles Resümee der Messungen zu ziehen, weil einerseits die Parallelbaustelle der ÖBB Infrastruktur AG (vormals HL-AG) und andererseits die Witterungsunterschiede die Messungen überlagerten und eine einfache Analyse unmöglich machten.

Die Bauphase war im Nahbereich durch ein erhöhtes Feinstaubkonzentrationsniveau gekennzeichnet. Im Betrieb der Verdichterstation konnte 2010 kein negativer Einfluss der Anlage nachgewiesen werden. Insgesamt wird die lokale Schadstoffbelastung der Luft dominant von der großräumigen Situation (Graz) sowie der nahe gelegenen A9 Pyhrnautobahn beeinflusst.

 

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