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Klimaregion Mürztal bis Mürzzuschlag

D.12 Mürztal

 

Diese Zone umfasst weite Teile des Mürztales bis zum Semmering und repräsentiert das Klima in einem inneralpinen Talkörper bis in eine Seehöhe von ca. 1500 m.

Es genießt infolge seiner Lage eine Abschirmung gegenüber Strömungen aus dem Sektor West bis Nord, aber auch bei Tiefdrucklagen im Mittelmeerraum macht sich die geschützte Lage nördlich des Randgebirges (Zone C.3) bemerkbar.

Niederschlag
Die Niederschlagsmengen bei solchen Wetterlagen bleiben merklich hinter jenen im Vorland zurück.

Umgekehrt ist jedoch der Abschirmungseffekt bei Rückseitenwetterlagen bei weitem nicht so ausgeprägt wie etwa im Oberen Murtal, da die Gebirgsbarriere nicht die erforderliche Seehöhe erreicht. Somit greifen wiederholt Schauer und Niederschlagsfelder über den Hauptkamm (z. B. Hochschwab) hinweg und erfassen auch das Mürztal, vor allem noch den Raum um Mürzsteg und Mürzzuschlag. Die Niederschlagsmengen nehmen daher in dieser Zone speziell im Winter von West nach Ost deutlich zu (Bruck im Jänner 32,7 mm, Mürzsteg 86,2 mm, Jahresniederschlag Bruck 796,5 mm, Mürzsteg 1221,1, Mürzzuschlag 1033 mm).

Der Jahresgang der Niederschläge ist durch ein markantes Sommermaximum geprägt (Verhältnis Minimum zu Maximum 1:3 im Vergleich mit dem Oberen Murtal bis 1:5, somit auch nicht so kontinental wie das Obere Murtal.)

Mürzzuschlag verzeichnet außerdem 80-90 Tage mit Nebel/Jahr; in dieser Zahl ist ein Teil der Hochnebel inbegriffen, da ein Großteil der Hochnebel im Raum Mürzzuschlag bereits am Boden aufliegt und daher nicht mehr als Bewölkung gewertet wird.

Temperatur
Hinsichtlich der Temperaturverhältnisse herrscht in den Tälern ein mäßig kontinental geprägtes Klima mit Jännermittel um -4 °C bis -5 °C, die absoluten Minima erzielen Werte um -28° bis -30°.

Die Zahl der Frosttage schwankt zwischen 130 und 165, je nach topographischer Lage (Hanglagen begünstigt). Im Juli erreichen die Werte 15 bis 17,5°, woraus sich eine Jahresschwankung von ca. 20 bis 22 K ergibt.

Wind
Im Übrigen ist das Mürztal infolge der Abgeschirmtheit inversionsanfällig, im Winter teilweise extrem windarm und nur schwach durchlüftet und dadurch auch nebelanfällig. Im Detail liegen die Mittel der Windgeschwindigkeit im Winter bei 0,6 bis 1,2 m/s, die Kalmenhäufigkeit kann lokal in den Beckenabschnitten durchaus 50% übersteigen.

Die Inversionshäufigkeit kann mit 75 bis 85% veranschlagt werden, dies bedeutet, dass im genannten Prozentanteil die Nächte eine inverse Schichtung aufweisen; hier sind auch die freien Inversionen bis zu einer Untergrenze von 1200m inbegriffen, da diese gemeinsam mit dem häufig auftretendem Hochnebelphänomen (etwa 80 Tage pro Jahr mit Hochnebel) aufscheinen.

Sonnenscheindauer
Hinsichtlich der Sonnenscheindauer kann ausgeführt werden, dass hier deutlich zwischen der Talzone bis etwa 1000m Seehöhe und der begünstigten mittleren Kamm- und Gebirgszone zu unterscheiden ist. Während infolge Hochnebel die Talzone speziell im Winter unter 30 %, mitunter sogar unter 25 % bleibt, darf in den Mittelgebirgslagen ein Wert von ca. 35-40 % veranschlagt werden.

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