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Die Feinstaubproblematik der schlecht durchlüfteten Tal- und Beckenlagen südlich des Alpenhauptkamms

Beispiel Großraum Graz

Die Feinstaubproblematik im Großraum Graz 
Die Feinstaubproblematik im Großraum Graz

Die vorliegende Studie verfolgte im Wesentlichen zwei Ziele: Einerseits wurde die flächenhafte Feinstaub-(PM10)-Belastung für den Großraum Graz analysiert und andererseits wurde der naturräumliche Nachteil von Regionen südlich des Alpenhauptkamms am Beispiel des Großraums Graz im Hinblick auf Luftschadstoffimmissionen aufgezeigt.
Aufgrund der schlechten Ausbreitungsbedingungen im Großraum Graz kann der PM10-Grenzwert nach dem Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) großflächig nicht eingehalten werden. Die berechneten Quellbeiträge zeigen, dass auch bei extremen Emissionsreduktionen der Grenzwert langfristig kaum einzuhalten sein wird.
Gegenüber anderen Regionen nördlich oder weiter südlich des Alpenhauptkamms ergeben sich für Regionen im Lee der Alpen wesentliche immissionsklimatische Nachteile durch die Abschirmung der Westwinde. Im Vergleich zu Wien zeigten die numerischen Simulationen, dass Emissionen in Graz mehr als dreimal so hohe Immissionen bewirken.

 Dadurch müssen in den Tal- und Beckenlagen südlich des Alpenhauptkamms wesentlich größere technische und damit auch ökonomische Anstrengungen unternommen werden als in anderen Gebieten Europas, die besser durchlüftet sind. Hierauf kann eine Forderung begründet werden, um einerseits finanzielle Unterstützung seitens der EU für umfangreiche Maßnahmen (z.B. Ausbau des öffentlichen Verkehrs) zu erhalten und um andererseits mögliche Strafzahlungen (Vertragsverletzungsverfahren wegen Nichteinhaltens der vorgegebenen Immissionsgrenzwerte der EU) auszusetzen.

Grundlagen für die Untersuchungen waren umfangreiche Modellsimulationen. Als Eingangsdaten wurden lokale meteorologische Messungen und berechnete Emissionen verwendet.

Den größten Beitrag zu den Emissionen in Graz liefert der Verkehr, wobei die Aufwirbelungs- bzw. Abriebsemissionen wesentlich bedeutsamer sind als die Auspuffemissionen, die meistens weniger als 10 % der Gesamtimmissionen bestimmen. Im Groben liegen im Winter die Immissionsbeiträge des Verkehrs bei rund 25 %, die Hausbrandimmissionen liegen bei etwa 35 %, die sekundären Aerosole und der Ferntransport liegen je bei etwa 20 %, je nach Lage des Aufpunkts. 

Maßnahmen sollten vor allem in jenen Bereichen forciert werden, die die höchsten Immissonsbeiträge leisten. Dies sind im Verkehrsbereich die Aufwirbelungs- bzw. Abriebsemissionen, wo Maßnahmen die Straßenreinigung und den Winterdienst betreffen. Langfristig wird, auch im Hinblick auf andere Luftschadstoffe und die Emission von Treibhausgasen, zusätzlich eine starke Reduktion des motorisierten Individualverkehrs notwendig sein.  Bei den Hausbrandemissionen sind vor allem die alten Holz- und Kohleheizungen für die hohen Immissionsbeiträge verantwortlich. Leitungsgebundene Energieträger wie Fernwärme oder, wenn nicht möglich,  moderne Holzheizungen sollten hier weiterhin forciert werden.

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