Clean Air Day
Internationaler Tag der sauberen Luft für einen blauen Himmel
Ein erwachsener Mensch atmet in Ruhe täglich ein Volumen von 9.000 bis 13.000 Liter Luft ein. Was in der Atemluft neben den natürlichen Bestandteilen enthalten ist, sieht und bemerkt man nur in den seltensten Fällen. Für uns Menschen qualifizier- und quantifizierbar wird es erst durch Messungen der Luftqualität.
Das Land Steiermark betreibt dafür ein Messnetz mit über 40 Stationen, welche Feinstaub, Stickstoffoxide, Ozon, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und weitere Schadstoffe wie zum Beispiel Ultrafeine Partikel und Benzo(a)Pyren rund um die Uhr erfassen.
Der „Internationale Tag der sauberen Luft für einen blauen Himmel" am 7. September ist ein guter Anlass, einen Blick auf die Daten zu werfen.
Die Bilanz der vergangenen Jahre
Die letzten Jahre und Jahrzehnte zeigen einen ganz klaren Trend: Die Luftqualität in der Steiermark hat sich kontinuierlich verbessert. Die gesetzlichen Grenzwerte bzw. deren erlaubten Überschreitungen für Luftschadstoffe, allen voran Feinstaub PM10 (Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 10 µm oder weniger) und Stickstoffdioxid (NO2), werden flächendeckend eingehalten. Das war nicht immer selbstverständlich. Dazu beigetragen haben der Rückgang der Verkehrsemissionen, neue und verbesserte Heizsysteme, emissionsärmere Industrieanlagen sowie weitere Maßnahmenpakete, die ausgearbeitet wurden. Aber auch das Klima und die Witterung spielen eine Rolle, zum Beispiel durch mildere und austauchreichere Wintermonate.
Aber nicht die gesamte Schadstoffbelastung stammt aus heimischen Quellen. Ein Teil der Luftschadstoffe wird über weite Strecken transportiert, zum Beispiel Partikel durch Advektion aus Wüstengebieten. Diese Wüstenstaub-Ereignisse treten vor allem im Frühjahr auf und sorgen für kurzfristig erhöhte PM10 Werte. Dieser Ferneintrag kann zum Beispiel über die Station Masenberg deutlich gemacht werden. Sie liegt abseits von großen Siedlungsgebieten, Verkehrsachsen und Industrieanlagen und ist daher kaum von lokalen Emissionsquellen beeinflusst. Ein Vergleich der Station mit städtischen oder verkehrsbeeinflussten Stationen macht sichtbar, welcher Anteil der Belastung tatsächlich auf lokalen Quellen beruht.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der Rückgang der Konzentrationen bei einigen Luftschadstoffen nicht mehr so schnell verläuft wie noch vor einigen Jahren. Und das bietet durchaus Anlass für Sorge.
Was bringt die Zukunft
Im Dezember 2024 ist die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in Kraft getreten. Damit gelten ab 2030 deutlich strengere Grenzwerte. Neben Feinstaub PM10 wird künftig auch PM2,5, also Partikel mit einem Durchmesser von 2,5 µm oder kleiner, verstärkt in den Fokus gerückt. Nach heutigem Stand ist davon auszugehen, dass die neuen Grenzwerte an einigen Messstellen in der Steiermark nicht eingehalten werden können. Die größten Herausforderungen bilden hier PM2,5 und NO2.
Es werden also über das bestehende Maß hinausgehende Maßnahmen zur Emissionsreduktion notwendig sein, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Dabei sind nicht nur Land und Industrie gefragt. Durch viele kleine Entscheidungen, die wir im täglichen Leben treffen, können auch wir die Luftqualität individuell beeinflussen. Sei es beim Heizen, beim Autofahren oder durch unser Konsum- und Freizeitverhalten.
Zusammen mit dem Schutz des Klimas bleibt die Luftreinhaltung jedenfalls auch in Zukunft eine unserer ganz großen Aufgaben.
Vergleich derzeit gültiger und neuer Grenzwerte ausgewählter Schadstoffe
|
Schadstoff |
Kenngröße |
Aktueller Grenzwert IG-L |
Neuer EU-Grenzwert |
|
PM10 |
Jahresmittelwert |
40 µg/m³ |
20 µg/m³ |
|
PM10 |
Tagesmittelwert |
50 µg/m³ (max. 25 Überschreitungen) |
45 µg/m³ (max. 18 Überschreitungen/Jahr) |
|
PM2,5 |
Jahresmittelwert |
25 µg/m³ |
10 µg/m³ |
|
PM2,5 |
Tagesmittelwert |
- |
25 µg/m³ (max. 18 Überschreitungen/Jahr) |
|
NO2 |
Jahresmittelwert |
30 µg/m³ |
20 µg/m³ |
|
NO2 |
Tagesmittelwert |
- |
50 µg/m³ (max. 18 Überschreitungen/Jahr) |



