Bau und Umwelt

ORTSBILD KAPFENBERG

Katholische Kirche "St.Oswald" mit Pestsäule 
Katholische Kirche "St.Oswald" mit Pestsäule
Peter Rosegger - Denkmal 
Peter Rosegger - Denkmal
Kulturzentrum und Städtische Bücherei, Mürzgasse 3 
Kulturzentrum und Städtische Bücherei, Mürzgasse 3
Stadtamt 
Stadtamt
"Hotel Böhlerstern", F.Böhlerstraße 13 
"Hotel Böhlerstern", F.Böhlerstraße 13
Schinitzgasse 
Schinitzgasse
Haus Grazer Straße Nr.12 
Haus Grazer Straße Nr.12
Altes Rathaus - derzeit Stadtapotheke 
Altes Rathaus - derzeit Stadtapotheke
Kolloman-Wallischplatz  
Kolloman-Wallischplatz

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
18.03.1985 43 11 1985 29.05.1985

 

Um die Mitte des 12. Jhs. erbauten die Ritter von Stubenberg auf dem hochaufragenden Bergrücken, östlich der Mündung des Thörlbaches in die Mürz die Burg Kapfenberg. Diese befand sich in beherrschender Lage höher als die heute bestehende Burg. Am westlichen Mürzufer, eng an den Hang des Geiereggs gelehnt, lag zu dieser Zeit die Straße zwischen Bruck und dem Semmering.

Um diesen Straßenzug besser überwachen zu können, wurde dieser auf die linke Seite der Mürz verlegt und über zwei Brücken geführt. Diese Brücken ermöglichten die Einhebung einer Maut und damit auch die Gründung einer Ansiedlung. Um 1190 kam es zur ersten Marktanlage, die ihr Zentrum im Bereich der Gabelung von Wienerstraße und 12. Februarstraße hatte.

Fünfzig Jahre später wurde die Siedlung durch die Anlage eines neuen rechteckigen Marktplatzes (Koloman-Wallisch-Platz) erweitert. Sie erhielt damit ihre heutige Struktur. Die Kirche St. Oswald, die schon vor der Marktgründung als Kapelle bestand, liegt - durch die Mürz getrennt - am rechten Ufer. Zu den Brücken hin wurden Tore errichtet und zum Schutz des Marktes eine Ringmauer, deren genauer Verlauf heute nicht mehr feststellbar ist. Am rechten Mürzufer bildeten sich entlang des Straßenzuges Brückenköpfe aus.

Bis in die 1. Hälfte des 19. Jhs. kam es zu keiner nennenswerten Erweiterung Kapfenbergs. Entscheidende Entwicklungsschritte waren der Bau der Südbahn (1844), der Landesbahn nach Au-Seewiesen (1893) und die Weiterentwicklung der Hammerwerke zu großindustriellen Produktionsstätten. Im Raum Kapfenberg bestanden schon seit dem Mittelalter eisenverarbeitende Betriebe.

1894 war der schon unter den Vorbesitzern zur Industrie entwickelte Erlachhammer in das Eigentum der Gebrüder Böhler gekommen. Mit dieser Firma ist die städtebauliche Entwicklung Kapfenbergs eng verbunden. Das von Franz Mayr 1854 auf dem Gelände des Erlachhammers errichtete Gussstahlwerk wurde zum Stammwerk der Firma Böhler in Kapfenberg. Die Werksanlagen wurden fortlaufend erneuert und vergrößert. Entlang der Südbahn entstanden um 1910 bedeutende soziale und kulturelle Einrichtungen (Werkshotel, Musikschule, Krankenhaus). An der Grazerstraße, der Reiserstraße, im Mürzbogen und im Redfeld wurden Arbeitersiedlungen errichtet (um 1906).

Der Siedlungsraum der historischen Marktanlage wurde bezüglich der Flächenausdehnung zu einem Bruchteil des gesamten Siedlungsgebietes. Seit 1924 Stadt, entwickelte Kapfenberg nördlich der Marktanlage an der Wienerstraße ein neues Zentrum. Dieses bildet zusammen mit dem alten Markt das heutige Stadtzentrum. Da der Raum um die Mündung des Thörlbaches in die Mürz zu eng wurde, brachte die weitere Siedlungsentwicklung ein enormes Wachstum in Richtung St. Lorenzen mit sich. Heute ist der Raum zwischen Mürz und dem nördlichen Talsaum ein durchgehendes Siedlungsband.

Das Schutzgebiet umfasst die Altstadt, den Burgberg, die Vorstädte, den Bereich um den Erlachhammer, den Friedhof und die Bereiche

  • Altstadt
  • Schlossberg
  • Schinitz
  • Mürzbogen
  • St. Martin


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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