ORTSBILD KNITTELFELD

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
18.07.1983 53 17 1983 18.08.1983
 
Knittelfeld wurde erstmals 1124 urkundlich erwähnt. Herzog Leopold VI. gründete jedoch schon vor dieser Zeit den mittelalterlichen Markt, der im Jahre 1302 zur Stadt erhoben wurde. Die wechselvolle Geschichte Knittelfelds ist durch eine Abfolge von Katastrophen und Notzeiten bestimmt (Pest, Türkeneinfälle, napoleonische Kriege). Hervorzuheben ist der Stadtbrand vom 26. Juni 1842 und das für das heutige Erscheinungsbild so folgenschwere Bombardement der Stadt im 2. Weltkrieg (1945). Dabei wurden die Stadtpfarrkirche, das Rathaus und ein Großteil der Bürgerhäuser zerstört. Entscheidend für das Wachstum der Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus war der Anschluss an die Eisenbahn (1868). Im Jahre 1874 begann der Ausbau der "Austria Emailwerke". Im Bereich alter Hammerwerke zwischen Bahnlinie und Mur entwickelten sich die Anlagen der Bundesbahn-Hauptwerkstätten.

Hatte die Stadt 1880 rund 4.000 Einwohner, so sind es heute rund 14.000. Diese Bevölkerungsentwicklung führte natürlich zu ausgedehnten Stadterweiterungen, die weit über die ursprünglichen, der ummauerten Stadt vorgelagerten Vorstädte hinausreichen.

Die Stadt Knittelfeld liegt im Osten des Aichfeldes, einer großflächigen Ebene im oberen Murtal, auf einer zur Mur abfallenden gegliederten Schotterterrasse. Der Sachendorfer-Bach im Nordosten und der Ingeringer-Bach im Südwesten gliedern den von der Natur begünstigten Standort der Stadt innerhalb der ausgeprägten Terrassenlandschaft, deren mittelalterlicher Kern hart an den Steilabfall der Schotterterrasse heranrückt. Das natürliche Erweiterungsgebiet der Stadt auf der Terrasse erstreckt sich nach Norden und Westen; am Terrassenfuß grenzen Bahnlinie und die Aulandschaft der Mur die Entwicklungsmöglichkeiten ein.

Eine annähernd rechteckige Mauer mit drei Toren (Leobner-, Lobminger- und Kärntnertor) umgab einst die mittelalterliche Stadt. Von dieser Ummauerung sind nur wenige Reste erhalten. Im Norden besteht noch ein Stadtturm nahe dem ehemaligen Kärntnertor. Der querliegende, Nord-Süd gerichtete Hauptplatz (35 x 155 m) verbindet das Parallelstraßensystem. Innerhalb der Ummauerung befindet sich in der Südwestecke die Pfarrkirche.

Durch die Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurde die historische Bausubstanz stark reduziert und vielfach durch Neubauten ersetzt. Somit ist das Bild der Straßen und Plätze oft uneinheitlich.

Das Schutzgebiet umfasst das historische Stadtzentrum und die an diese angrenzenden innerstädtischen Erweiterungsgebiete:

  • Im Osten der Bereich um die Bahnstraße, die Seckauerstraße und den    Bahnhofsplatz.
  • Im Westen die Kärntnerstraße bis zur Freiheitsstraße und die Parkstraße bis zur Schubertstraße.
  • Im Nord-Westen die Gaalerstraße bis zum Krankenhaus unter Einbeziehung der Friedenssiedlung.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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