ORTSBILD LIEBOCH

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
10.10.1988 92 20 1988 10.11.1988

Lieboch hat keine geschichtsträchtige Entwicklung als Marktort vorzuweisen, wie etwa Ehrenhausen oder Bad Aussee. Seine Anfänge und seine langsam verlaufende Entwicklung bis ins 19. Jh. hinein wurden vom bäuerlichen Leben geprägt.

Lieboch wird erstmals am 22. Februar 1138 in einer Urkunde des Erzbischofs Konrad I. von Salzburg genannt und war bis zur sogenannten "Bauernbefreiung" im Jahre 1848 verschiedenen Grundherrschaften untertan.

So hat das Dorf Lieboch sich seit seiner Gründung im Laufe der Jahrhunderte zwar gewandelt, aber sich in seinem Wesen nur wenig verändert. Das Dorf ist zwar größer geworden, Althöfe wurden geteilt, daneben kleine Keuschen errichtet, aber es blieb der beherrschende bäuerliche Charakter stets gewahrt.

Die Aufwärtsentwicklung der Gemeinde begann bald nach der Mitte des vorigen Jhs.. Durch die Aufhebung der Grundherrschaft im Jahre 1848 im Zuge der sogenannten "Bauernbefreiung" war eine Neuordnung der staatlichen Verwaltung auf den unteren Ebenen notwendig geworden. An die Stelle der Feudalverwaltung traten mit Wirkung vom 1. Jänner 1850 die autonomen Ortsgemeinden.

Am 3. April 1860 wurde der Eisenbahnbetrieb der Graz-Köflach-Eisenbahn und Bergbaugesellschaft aufgenommen. Die seit diesem Jahr bestehende Bahnstation war auch einer der beiden Zielbahnhöfe der am 9. April 1873 dem Verkehr übergebenen GKB-Strecke Wies-Lieboch. Die damals beginnende rasche Entwicklung von Lieboch ist in seiner günstigen Verkehrslage begründet.

Lieboch mit seinen drei Katastralgemeinden Lieboch, Spatenhof und Schadendorf liegt an Kreuzungspunkten des Fern- und Nahverkehrs, nahe der Landeshauptstadt Graz, mit einem ausreichenden Angebot an Siedlungsland. Somit sind alle maßgebenden Faktoren vorhanden, welche die Bildung einer Agglomeration begünstigen.

Aus den topographischen Gegebenheiten und der bisher autonom erfolgten Besiedelung bietet sich das Gebiet zwischen Packer-Bundesstraße, Hitzendorfer-Landesstraße und dem Lusenbach als künftiges Ortszentrum an. Dafür sprechen die Nähe noch bestehender zentralörtlicher Einrichtungen des Gemeinbedarfes wie Gemeindeamt, Pfarrkirche, Gendarmerie und Schule, sowie das große Interesse verschiedener Versorgungsbetriebe an einem Ortszentrum und das Vorhandensein ausreichend großer unbebauter Grundstücke.

Das Schutzgebiet umfasst die Ortsmitte von Lieboch, den historisch eigenständigen Ortsteil Schadendorf und den Bereich Spatendorf.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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