ORTSBILD MÜRZSTEG

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
02.07.1984 52 12 1984 30.08.1984
 
Der Ortsname "Dobrein" - das westliche Gemeindegebiet in Richtung Niederalpl - stammt aus dem Slawischen: "Dobran" bedeutet "Bewohner einer Schlucht". Demnach kann man bis etwa 1100 n.Chr. auf eine slawische Streusiedlung schließen.

1103 wird das Gebiet von den Kärntner Herzögen mit dem Gebiet von Aflenz und Veitsch dem Stift St. Lambrecht übertragen. Seitdem erfolgte durch hörige Bauern Rodung und Besiedelung von Westen über das Niederalpl.

Das Dorf Mürzsteg liegt mit seinem Kern an der Einmündung der Dobrein in die Mürz in einem flachen Talboden. Nach allen Seiten steigt der Ortsraum mit Wiesen zunächst flach an, um dann von den steilen Rücken der umliegenden Gebirge (Seekopf, Veitschalpe, Schneealpe), die stark bewaldet sind, umschlossen zu werden.

Entsprechend der historischen Entwicklung des Ortes als Industrieniederlassung (Nutzung der Wasserkraft entlang der Dobrein) und als Verwaltungsort der Forst- und Jagdbetriebe befindet sich die Bebauung vorwiegend entlang der Bäche und der Straßen. Hinsichtlich der Situierung der Bauwerke gibt es wenige Ausnahmen wie z.B. der kleine Weiler im Norden. Eine allerdings bedeutende Sonderrolle nimmt das Jagdschloss ein, in dem sich seit 1850 Kaiser Franz Joseph regelmäßig aufhielt.

In neuester Zeit zeichnet sich eine dichtere Bebauung der Hanglagen im Osten (hinter und neben dem Friedhof) ab. Das Ortszentrum selbst wird von historisch wertvollen Gebäuden bestimmt, die zu einem großen Teil unter Denkmalschutz stehen. Hervorzuheben sind die aus dem Jahre 1785 stammende Kirche mit dem Pfarrhof, das Haus Schönauer, der Bereich um das Gästehaus Appel (Gebäudeensemble mit 5 Objekten), das Haus Mürzsteg 1 mit den ehemaligen Hofstallungen, das Schulhaus und die zum Jagdschloss gehörigen Objekte bei der Parkeinfahrt.

Die Gebäudestrukturen sind analog zu den unterschiedlichen Entstehungszeiten nicht einheitlich. Wenngleich es regionale Überschneidungen gibt, so kann man doch zwei Gebiete mit in sich ähnlichen Baustrukturen ablesen.

Das Zentrum von Mürzsteg weist massive, meist zweigeschossige Objekte auf, deren Fassaden auch im Giebeldreieck verputzt sind. Trotz unterschiedlicher Dachformen (Sattel-, Vollwalm-, Halbwalm- und Mansardendächer) verlaufen die dominierenden Firstlinien parallel zu den Bächen bzw. Straßen.

In den anderen Ortsgebieten wie z.B. in Dobrein herrschen meist eingeschossige Objekte mit Sattel- und Schopfdächern vor. Bei den Fassaden werden hier Holzschalungen verwendet.

Das Schutzgebiet umfasst 2 Zonen.

Die Zone 1 umschließt den Ortskern mit der historisch bedeutenden Bausubstanz.

Die Zone 2 umschließt dreiseitig die Zone 1 und reicht bis zur Waldgrenze.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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