ORTSBILD MURAU

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
16.06.1980 49 9 1980

04.07.1980

 
Der ursprüngliche Siedlungsraum dürfte im 12. Jh. im Bereich der Kirche von St. Egidi - östlich der heutigen Stadt - gelegen sein. Um 1270 gründete Ulrich von Liechtenstein einen Markt an der linken Murseite, am Fuße des heutigen Schlossberges. 1298 erhielt Murau von Otto II. von Liechtenstein das Stadtrecht.

Die Siedlung dehnte sich in nördlicher und westlicher Richtung aus. Im Westen entstand am Ende der "Langen Gasse" durch eine Verbreiterung ein Platz, der jetzige "Raffaltplatz".

In den Jahren 1311 bis 1333 entstand eine Siedlung im Bereich des rechten Murufers, die "Neumarkt" bzw. "Rindermarkt" genannt wurde. Dieser beidseits der Mur gelegene Siedlungsraum wurde durch eine 1366 erstmals erwähnte, mit 9 Toren befestigte Stadtmauer umgeben.

Eine wesentliche Prägung der Stadtstruktur ergibt sich aus der Höhenentwicklung um und auf dem Schlossberg. Zwei enge, dicht gedrängte Häuserreihen (Mur- und Schlossbergseite), situiert am Fuße des Schlossberges, enden im Westen und Osten jeweils mit einer Platzerweiterung. Darüber liegt das Plateau der Stadtpfarrkirche mit Pfarrhof und den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden (Kirche und Herrschaft), sowie das alles überragende Schloss Obermurau.

Murau war nach Osten, Nordwesten und Süden ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Seine Lage spielte eine wichtige Rolle beim Aufblühen des Handels und des Gewerbes im Mittelalter und später besonders für die Eisenhämmer. Als diese Handelswege und die Eisenproduktion im Zuge der Industrialisierung an Bedeutung verloren, war auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung Muraus davon betroffen. Es hatte an der industriellen Entwicklung keinen großen Anteil - das Schwergewicht verlagerte sich dann im 20. Jh. auf den Fremdenverkehr. Nicht zuletzt dadurch kommt der baulichen und landschaftlichen Besonderheit eine erhaltenswerte Bedeutung zu.

Die einzelnen baulichen Objekte Muraus bilden in ihrer Gesamtheit ein bewegtes, den topographischen Gegebenheiten angepasstes Bild von zahlreichen hervorstechenden Merkmalen, die in geschichtlichen, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und klimatischen Gegebenheiten ihren Ursprung fanden.

Aus dieser Summe von Ansprüchen hat Murau in Bezug auf das Ortsbild einen oftmaligen Wandel der äußeren Erscheinung durchgemacht, die besonders in den letzten 30 Jahren durch Neu- und Zubauten, sowie Fassadenrenovierungen einen Verlust im Bereich der zeitgebundenen, stilbildenden Elemente bedeutet.

Demgegenüber stehen eine Reihe kunst- und kulturhistorisch bedeutender Profan- und Sakralbauten, die durchwegs gut erhalten sind. Die im Kern überwiegend gotischen Bürgerhäuser erhielten oft dem Zeitstil entsprechende neue Fassaden. Die Altstadt von Murau hat jedoch durch diese Eingriffe ihre Aussagekraft nicht eingebüßt.

Das gesamte Stadtgebiet wurde zur Ortsbildschutzzone erklärt.

Das Schutzgebiet umfasst folgende Teilbereiche:

historische Altstadt

  • Rindermarkt
  • die Vorstädte Heiligenstadt und Kapuzinerkloster
  • den Schlossberg
  • die Siedlung im Rantental
  • den Bahnhofsbereich
  • den Bereich Leonhardteich und den Badkessel

 

Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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