ORTSBILD OBDACH

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
10.10.1988 93 20 1988 10.11.1988
 
Als wichtiger, seit der Römerzeit benützter Passübergang verbindet der Obdacher Sattel das Handelszentrum Judenburg mit Kärnten, der ehemaligen Südsteiermark und der Adria. Am Nordfuß des Anstieges zur Passhöhe liegt am Ende einer Talweitung der Ort Obdach, im Osten vom Ameringkogel und im Westen vom Zirbitzkogel flankiert.

Obdach soll, so die Überlieferung, aus einigen Herbergen entstanden sein, die den vom Murtal ins südliche Lavanttal ziehenden Wanderern "Obdach" gewährt haben. Die erste urkundliche Nennung des Ortes stammt aus dem Jahre 1130, während die Kirche, eine Gründung des Stiftes St. Lambrecht, erstmals um 1200 aufscheint.

Da 1197 dem Stift Admont Zehentrechte zuerkannt worden sind, was in logischer Konsequenz die Existenz von Bewohnern und Äckern voraussetzt, muss die Besiedelung schon wesentlich früher eingesetzt haben und zwar vermutlich gegen Ende des 6. Jhs. durch die Karantaner. Slawische Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Obdacherland bestärken diese These.

Obdach ist ein Straßenmarkt mit typischem Siedlungsbild:

Rund um die zu einer langgezogenen Marktstätte verbreiterte Durchzugsstraße wurden die Hofstellen der als "Ackerbürger" zu bezeichnenden Gewerbetreibenden planmäßig angelegt. Sonderbauten wie Kirche, Spital und herrschaftlicher Wohnsitz erhielten ihren Platz abseits des Markttreibens.

Ganz sicher hat das ursprüngliche Wohnhaus im Ortsbereich dem Ein- oder Paarhofwohnhaus des Umlandes entsprochen, d.h. es war entweder ein Holzbau in Blockbauweise oder ein Mischbau mit gemauertem Erdgeschoss und gezimmertem Obergeschoss. In jedem Falle aber besaß es ein schindelgedecktes Vollwalmdach.

Es ist anzunehmen, dass das Ortsbild in seiner geschlossenen Form mit den gemauerten Häuserzeilen und den Dächern mit der heute so ortstypischen Biberschwanzziegeldeckung erst nach den diversen Bränden sein endgültiges Gesicht bekommen hat. Dies geht auch direkt aus dem Baualtersplan hervor. Er zeigt, dass ein Großteil des Kerns der alten Bausubstanz aus dem 16. und 17. Jh. stammt, also nach den ersten beiden Bränden die in Obdach wüteten, errichtet sein dürfte, die Aufstockungen und die Fassaden aber überwiegend in der Zeit des Biedermeier entstanden sind - also nach den beiden letzten Brandkatastrophen 1802 und 1835.

Die Ortsbild-Schutzzone Obdach umfasst zur Gänze sowohl den historischen Markt, dessen östliche Begrenzung durch den Verlauf der ehemaligen Befestigung (westlich der Bachgasse) gegeben ist, wie auch den alten Siedlungskern mit der Pfarrkirche.

Die Ortsbild-Schutzzone Warbach umfasst insgesamt 5 denkmalwürdige Objekte des Weilers Warbach entlang der St. Wolfganger Landesstraße. Vier davon waren Teil des ehemaligen "Sabathy-Hammers" - auch unter dem Namen "Reiterer Sensenschmiede" bekannt. Sie gehörten einst zum Ofen auf der Schmelz, sind also Relikte aus der Zeit der steirischen Eisengewerke.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994,
Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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