Bau und Umwelt

ORTSBILD PÜRGG-TRAUTENFELS

Zeichnung aus "Valerie und die Gutenachtschaukel" Text: Mira Lobe, Bilder: Winfried Opgenoorth, Verlag Jungbrunnen, 1981, Wien-München 
Zeichnung aus "Valerie und die Gutenachtschaukel" Text: Mira Lobe, Bilder: Winfried Opgenoorth, Verlag Jungbrunnen, 1981, Wien-München

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
15.04.1985 39 11 1985

29.05.1985

 
Der ursprünglich slawische Name der Gegend Stainach-Pürgg "Grunscharn" bedeutet etwa Steinort, Geröllort. Im Jahre 1130 wurde die romanische St. Georg-Basilika von Pürgg Trautenfels geweiht. Die erste urkundliche Nennung von "castrum Gruscharn", dem Stammsitz der Traungauer (1050 bis 1192 Herrn der Steiermark) erfolgte im Jahre 1160.

Aufgrund der 900-jährigen Geschichte und der vielen noch erhaltenen Zeugnisse der Vergangenheit nimmt Pürgg einen besonderen Rang ein. Neben den beiden kunsthistorisch bedeutsamen Kirchenbauten ist die jahrhundertealte Struktur des Ortes Pürgg noch immer weitgehend erhalten. Trotz zahlreicher Bauveränderungen in den letzten 80 Jahren zeigt das Ortsbild noch immer deutlich erkennbar die historisch bauliche Charakteristik mit einer typischen Baustruktur. Das Erscheinungsbild wurde jedoch durch eine Reihe baulicher Veränderungen empfindlich beeinträchtigt.

Die Elemente der typischen Baustruktur von Pürgg:

  • Langgestreckte Baukörper (Verhältnis von Länge zu Breite 2:1 bis 3:1)
  • Längsseite der Baukörper und Dachfirste parallel zu den Schichtenlinien.
  • Nahezu einheitliche Dachform und Dachneigung: Krüppelwalmdächer mit ca. 42° bis 45° Neigung, lediglich untergeordnete Nebengebäude hatten Satteldächer.
  • Vollkommen einheitliche Dachdeckung mit Brettschindeln, Schleppgaupen sind sehr klein und unaufdringlich.
  • Rauher Außenwandputz mit Betonung der Fensterumrahmungen aus geglättetem, weiß gefärbeltem Putz. Teilweise sind noch Spuren von Sgraffiti vorhanden.
  • Kombination von gemauerten Keller- und Erdgeschossen mit Aufbauten in Blockbauweise.
  • "Gangeln" mit in schönen Formen ausgesägten senkrechten Brüstungsbrettern.
  • Charakteristisch sind auch schöne Schmiedeeisengitter aus Renaissance und Barockzeit.
  • Die ältesten Fenster waren zweiflügelig mit je zwei horizontalen Sprossen; ebenso gehören die verschiedenen, reicher gegliederten Fenster aus der Zeit um 1900 (z.B. Jugendstil) zu den schützenswerten Details.
  • Relativ häufig sind noch die einfachen Lattenzäune erhalten, am Ortsrand gab es einfache Stangenzäune.
  • Unverputzte Bruchsteinmauern.
  • Schöner Bestand an Obstbäumen.

Die Abgrenzung des Schutzgebietes umschließt den Bereich mit wertvoller Bausubstanz sowie das dem Ort im Westen vorgelagerte Gebiet (Neubauzone und Burgstall).


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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