Bau und Umwelt

ORTSBILD RIEGERSBURG

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
15.02.1980 6 1 1981 09.02.1981

Um das Jahr 1100 dürfte schon die erste Burganlage entstanden sein. Sicher ist, dass insgesamt zwei Burganlagen errichtet wurden, wovon aber nur die obere Burg erhalten ist. Im 17. Jh. bildete sich unter der Herrschaft der Herzogin Katharina Elisabeth - "die Gallerin" genannt - die gewaltigste Festung der Oststeiermark. 1882 erwarb das Geschlecht der Liechtensteiner das Besitzrecht. Das Marktrecht der Ortschaft dürfte auf das Jahr 1500 zurückgehen. Die jetzigen Häuser sind Reste der mittelalterlichen Bebauung.

Die ausgeprägte topographische Situation und die Höhenlage des Ortes mit den freien Sichtbeziehungen von Osten, Süden und Westen lassen die Empfindlichkeit für alle Veränderungen deutlich erkennen. In der gesamten Erscheinung betrachtet, besteht jedoch noch immer die Polarität einer annähernd geschlossenen Ortschaft zu einem zusammenhängenden Naturraum. Die zukünftigen baulichen und landschaftsverändernden Maßnahmen werden entscheidend sein, ob Riegersburg seinen ausgeprägten Charakter erhalten kann.

Hecken, Flurgehölze, sowie weg- und bachbegleitende Bäume und Sträucher ergeben im Wechsel mit Feldern und Obstgärten ein lebendiges Bild. Diese Obstgärten bilden auch größtenteils den Übergang von der Siedlung zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Den Mittelpunkt der Ortschaft bildet die sich darüber erhebende Pfarrkirche, die in der 2. Hälfte des 15. Jhs. entstand. Die zu ihr hin ansteigende Straße mit den begleitenden Häuserreihen und der Platzbildung bis hin zur baulichen Verengung durch das Markttor bietet dem Besucher ein abwechslungsreiches Raumerlebnis. Einzelbäume und Hausgärten, zum größten Teil als Bauerngärten mit einer Vielzahl an Pflanzen und Blumen angelegt, tragen ebenfalls dazu bei.

Der an der Gleichenberger-Straße liegende Teil von Riegersburg wird gegen Norden hin durch den stattlichen Pfarrhof abgeschlossen und ist vor allem durch seine Häuserzeilen erlebenswert.

Die ältesten Hausdatierungen lassen sich in das 17. Jhdt. zurückverfolgen. Bauliche Maßnahmen - vor allem der Wiederaufbau nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges - haben jedoch an allen Gebäuden starke Veränderungen bewirkt. Geblieben sind zum größten Teil die Stellungen der Häuser zueinander und damit die Lebendigkeit der Räume.

Das Schutzgebiet umfasst den Ortskern, die Burganlage und einen Teil der umgebenden Landschaft.

Die Abgrenzung erfolgt parzellenscharf, im Wesentlichen den ausgeprägten topographischen Gegebenheiten folgend, das sind die Hügelkuppen und der Burgberg. Sie umfasst damit den die Charakteristik des äußeren Ortsbildes mitbestimmenden Naturraum.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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