Bau und Umwelt

ORTSBILD ROTTENMANN

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
15.12.1980 5 1 1981

09.02.1981

 
 
Rottenmann wird als Mautstelle an der alten römischen Heeres- undHandelsstraße durch die Obersteiermark 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Schon in der ersten Hälfte des 10. Jhs. gab es im Gebiet des heutigen Rottenmann erste burgartige Bauten. Um 1200 wurde der Ort Rottenmann gegründet und kurze Zeit später mit einer Stadtmauer umgeben, in der vier Tore eingebaut waren.

Die Durchzugsstraße dieses Straßenmarktes war einst im Osten und Westen von je einem Stadttor begrenzt. Der Straßenmarkt ist ein langgestreckter, relativ breiter Marktplatz mit beidseits eng zusammengebauten Häuserzeilen.

Schmale Gassen, nach Norden und Süden abzweigend, durchschneiden die Häuserzeilen, ein kleiner Hauptplatz breitet sich nach Süden aus. Hinter der südlichen Häuserfront mit ihren Höfen verläuft eine Gasse, die einst als "Wirtschaftsgasse" galt.

Der ursprüngliche Planer der Stadt, möglicherweise ein deutscher "Städtebauer" (Locator), parzellierte bereits den gesamten vorgesehenen Siedlungsraum: Die größten Grundstücke wurden den Amtsgebäuden und Gasthöfen vorbehalten, die kleinen Grundstücke erhielten die Kaufleute und Handwerker. Die großen Häuser wurden traufseitig zur Straße gestellt, die kleineren Gebäude standen mit den Giebeln zum Markt.

Die im 13. Jh. befestigte Altstadt zeigt einen Grundriss annähernd in der Form eines Dreiecks, dessen südliche Spitze das Burgtor bildet, während die Palten im Norden die "Hypotenuse" darstellt. Die Fläche des alten Marktgebietes beträgt zirka 9,5 Hektar.

Die ältesten Gebäude stammen aus dem 13. Jh. (Stadtpfarrkirche und Michaelkapelle), der Großteil jedoch aus dem 16. Jh.. Eine besondere Eigenart bilden fünf Häuser, die, von italienischen Baumeistern errichtet, Giebelwände haben, die bis zum Dachfirst reichen und so in rechteckiger Form das Giebeldreieck überdecken.

Das Schutzgebiet umfasst:

  • den Ortskern
  • die Salzburger Vorstadt
  • die Grazer Vorstadt
  • das Kirchenviertel St. Georgen


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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