Bau und Umwelt

ORTSBILD ST. LAMBRECHT

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
04.02.1991 16 5 1991 28.02.1991
 
Die Ureinwohner dieses Gebietes waren keltisch. Eine Siedlung dürfte schon vor 2000 Jahren bestanden haben - römische Funde weisen darauf hin. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1066 (Kirche des Hl. Lambert im Walde).

Der dominierende, alles überragende Mittelpunkt der Siedlung, ist das von Markgraf von Eppenstein bald nach 1066 gegründete (in der heutigen Form um 1640 mit dem Bau begonnene) Benediktiner-Stift St. Lambrecht.

Die Stiftskirche mit den beiden Türmen bildet den nördlichen Abschluss der Stiftsgebäude. Weiters befinden sich die gotische Kirche zu St. Petrus, die Schlosskapelle, der Karner, der Turm des ehemaligen Schlosses, das Torhaus, der Wirtschaftshof, der Getreidekasten, das Spital, sowie ein Handwerker- und ein Jägerhaus auf diesem Areal. Die genannten Objekte liegen alle innerhalb der Wehrmauer, die die gesamte Stiftsanlage umgibt.

Der Alexanderhof (Wirtschaftsgebäude des Stiftes) und die alte Hofmühle liegen im Bereich des Straßenzuges Richtung Neumarkt. Nördlich der Landesstraße - bereits am Berghang - an der alten Römerstraße gelegen, befindet sich der Schwaighof. Ein mächtiges bäuerliches Anwesen, in dominierender, ins Tal orientierter Lage.

Der Ortskern erstreckt sich vom Haupttor des Stiftes, in Richtung Süd-Westen. Das Stift bildet eine geschlossene Einheit gegenüber dem Markt. Die beiden Teilbereiche Stift und Markt berühren sich tangential an der Südseite des Stiftes.

Der anschließende Hauptplatz ist ein Straßenplatz, mit einer in seiner Mitte gelegenen Erweiterung. An der Rückseite der Gebäude, die den Hauptplatz bilden, sind in Hausbreite tiefe Gartengrundstücke gelegen, die bis nach dem 2. Weltkrieg landwirtschaftlich genutzt waren. Breite Toreinfahrten oder öffentliche Durchgänge ermöglichten die Erschließung der Ställe und landwirtschaftlichen Flächen. Dieser gewachsene Ortskern liegt auf einer leicht geneigten Fläche, die nach Nordosten fällt. Die Stiftsgebäude befinden sich auch auf dieser Fläche, ebenso die Stiftskirche, der Getreidekasten und der Karner. Die übrigen Gebäude liegen auf einer ansteigenden Bergkuppe, nordwestlich des Marktes.

Die zwei- bis dreigeschossigen Bürgerhäuser, mit mächtigen, zum Stift hin höher werdenden Dachkörpern, bilden die Front des Straßenplatzes. Rücksprünge in Grundriss und Höhe beleben den Straßenzug, wobei die südlich gelegenen Häuser ein immer schlichter werdendes Erscheinungsbild zeigen; dies wohl auch durch eine oft nicht substanzgerechte Modernisierung der Fassaden.

Die südliche Begrenzung des Hauptplatzes bildet die Pestkapelle, sowie der dahinter angrenzende Marktteich. Die im Süden der Ortschaft liegende Stiftssiedlung mit den landschaftstypischen Steildächern mit Schopfdach wurde 1938 errichtet und stellt eine dem Zeitgeist entsprechende Bauform dar.

Das Schutzgebiet umfasst den Ortskern mit dem Stift und den Randgebieten sowie den Bereich Heiligenstadt.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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