ORTSBILD ST. LORENZEN BEI KNITTELFELD

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
27.10.1986 29 6 1987 14.05.1987
 
Die erste Erwähnung der Pfarre St. Lorenzen bei Knittelfeld stammt aus dem Jahr 1705. Sie wird dort als Tochterkirche der alten Mutterpfarre zu Kobenz erwähnt. Erst Anfang des Jahres 1742 wird St. Lorenzen eine selbständige Pfarre. Die Kirche selbst ist aber schon viel älter, denn nach den Annalen des Stiftes Seckau schenkte im Jahre 1142 Erzbischof Konrad I. von Salzburg dem damals eben entstandenen Domstift die Mutterkirche in Kobenz samt ihren Zehenten und Rechten sowie auch deren Filialen Margarethen, Lorenzen und Benedikten.

Historisch erwähnenswert ist, dass von St. Lorenzen eine starke Bretter- und Holzkohlenverfrachtung, z.T. auch durch Flößung stattgefunden hat. An der Mur befand sich ein großer Ländplatz mit Bretterstapelungen und Kohlenmagazinen.

Kaum 30 Minuten nordwestlich von St. Lorenzen befindet sich der St. Lorenzener Sauerbrunn, mit einem kleinen, mitten von hübschen Parkanlagen umfriedeten Füllhaus. Der tempelartige Bau umschließt die wichtigsten zu Tage tretenden Quellen. Eine dieser Quellen war schon in den vorigen Jahrhunderten in der Bevölkerung als "Kropfbründl" bekannt und wurde vielfach gegen die Ausbreitung des Kropfes angewandt.

Der durch die markante Kirche dominierte Ort liegt auf einem Schwemmkegel, der mit einer deutlichen Terrassenkante gegen die Mur abbricht. Im Siedlungstyp herrschen Haufen- und Paarhöfe vor.

Die Topographie der Gemeinde ist im Norden, wo sich die meisten landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden, eben. Gegen Süden und Osten wird sie hügelig und steigt zu mittelmäßig hohen Bergen an.

Bemerkenswert ist die immer noch sichtbare Geschlossenheit des Ortsbildes, das noch keine Zersiedlung durch moderne Bauten aufweist. Im historischen Ortskern dominieren die Kirche, ein Zinshaus und ein mächtiges Wirtschaftsgebäude.

Das Schutzgebiet umfasst die um diesen Ortsmittelpunkt dichter gruppierte Bebauung und die Bebauung entlang der Landesstraße bis zur Eingangssituation am nördlichen Ortsrand.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).