Bau und Umwelt

ORTSBILD STAINZ

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
26.11.1979 92 20 1979 17.12.1979
 
Mit der Gründung des Chorherrenstiftes 1229 durch Leutold von Wildon fällt die erste Besiedelung am südöstlichen Hang des Schlossberges zusammen. Die Vergrößerung dieser Besiedelung wurde konsequent am rechten Ufer des Stainzbaches fortgesetzt; die Grundform des Marktplatzes als Kernstück der Ortsbildschutzzone reicht in diese Zeit zurück. Im Zuge der gegenreformatorischen Erneuerung und wirtschaftlichen Aktivitäten des Stiftpropstes Jakob Rosolenz erhielt der Markt Stainz seine definitive Gestalt und seine Struktur, die trotz manch einschneidender Veränderungen heute noch ablesbar ist.

Kern von Stainz ist der Hauptplatz mit seinen anliegenden Bürgerhäusern. Als "Angerdorf" (eine planmäßig gegründete Siedlungsform) reiht sich entlang beider Seiten des Hauptplatzes eine geschlossene Häuserzeile, die sich in der Bahnhofstraße fortsetzt. Voraussetzung für diese Form war die Aufteilung des Bodens in regelmäßig geformte Parzellen, wodurch es erst möglich wurde, Wohnhäuser mit Gehöften nach einem einheitlichen Schema als Reihenbauten zu errichten.

Dieser Parzellenform entspricht die Form der Block- und Streifenfluren, die hinter den Gehöften angegliedert sind. Zwischen Rückseite ("Hintauswege") und Streifenfluren wurden die Gehöfte, insbesondere ihre Scheunen, über einen Wirtschaftsweg (Lastenstraße als Wegbezeichnung heute noch in Gebrauch) erschlossen.

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der beiden letzten Jahrzehnte erweiterten manche Produktionsbetriebe ihre Anlagen, ohne das Gefüge und die Struktur des "Ortsgrundrisses und Ortsaufrisses" zu berücksichtigen, sodass bei weiterer Verbauung die charakteristische Gestalt des Marktes erhebliche Einbußen erleidet.

Der Markt selbst wird im Nordwesten von der mächtigen Anlage des Schlosses, des ehemaligen Chorherrenstiftes (1785 durch Josef II. säkularisiert) beherrscht. Der Geländeform folgend, umschließt eine Plateaustützmauer das Schloss samt einer Gartenanlage mit einem zugehörigen Gartenpavillon.

Die begrenzenden Häuserzeilen des Marktplatzes und der Bahnhofstraße weisen verschiedene Stilmerkmale auf (Renaissance bis zum schlichten Biedermeier). Sie bilden in ihrer Einheitlichkeit der Großform ein Ensemble, das gegen weitere einschneidende Veränderungen zu schützen ist.

Das Schutzgebiet umfasst

  • den Bereich um den Hauptplatz
  • den Bereich der Sparkasse
  • den Bereich Grazer Straße - Sauerbrunnstraße
  • das Gewerbe- und Industriegebiet an der Grazer Straße
  • das Schloss.


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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