Bau und Umwelt

ORTSBILD TROFAIACH

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
17.06.2006 124 30 2006

20.10.2006

 
Trofaiach ist einer jener Orte, die sich entlang der Eisenstraße im Tal des Vordernbergerbaches vorwiegend auf der Basis des Eisenhandels und der Eisenverhüttung entwickelte.
Zunächst war die Stadt im 12. und 13. Jahrhundert von großer Bedeutung. Sie entwickelte sich besonders im Bereich der heutigen Pfarr- und der Dreifaltigkeitskirche. Das Kernstück dieser Zone sind der Eisenhof und das Rathaus mit Florian und Wappenritter in spätgotischen Nischen. 

Da Trofaiach dank des Schutzes durch benachbarte Städte nie eigene Befestigungsanlagen nötig hatte, ist der historische Kern nicht so klar umrissen wie bei Städten mit Stadtmauersystemen. Der Siedlungsraum entwickelte sich hauptsächlich entlang jener Straße, auf der das Eisen und die Holzkohle transportiert wurden. Im Zuge der industriellen Entwicklung des 19. Jhs. wurden im Vordernberger Tal immer größere Verhüttungsanlagen mit immer mehr Raumbedarf errichtet. Diese Entwicklung führte dazu, dass sich die Schwerindustrie immer weiter nach Süden verlagerte und im vorigen Jh. für einige Zeit in Trofaiach sogar der größte Holzkohle-Hochofen Europas stand - die Schwarzenbergische Hütte - die später zu einem Sensenwerk umgebaut wurde.

Vor dem 1. Weltkrieg kam durch die aus strategischen Gründen errichtete Pulverfabrik ein völlig neuer Akzent in die Entwicklung von Trofaiach. Es entstanden somit die Bauten der "Pulverkolonien" sowie die "Alpinkolonien" und die "Offiziershäuser" mit den zwei Fußgängerbrücken über Gössbach und Bahnlinie im Westen des Ortskernes.

Interessanterweise entdeckten zur gleichen Zeit viele Leobner den landschaftlichen Reiz des Trofaiacher Beckens und bauten sich hier Zweitwohnsitze. Es entstanden die vielen Bauten mit Sommerfrischecharakter mit den für sie so typischen holzverzierten Dachgiebeln, Veranden und Erkern.

Der Stadtkern ist der eigentliche alte Eisenmarkt im Bereich zwischen den zwei Kirchen und das ehemalige "Niederdrum", also jener Siedlungsbereich entlang der alten Eisenstraße, wie er noch Mitte des 19. Jhs. anzutreffen war. Obwohl schon etliche der alten Bauten durch neue ersetzt worden sind, existiert doch noch so viel alte qualitätsvolle Bausubstanz, dass eine Unterschutzstellung unbedingt erforderlich ist.

Das Schutzgebiet umfasst

  • Stadtkern
  • Pulverkolonie
  • Pulverturm
  • Hafningersiedlung
  • Haidershof
  • Fürstenhäuser


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

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