Bau und Umwelt

ORTSBILD VORAU

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
15.02.1988 21 6 1988 22.04.1988
 
Der Mittelpunkt des Wechselgaues, d.h. der Landschaft zwischen Wechsel und Masenberg, verdankt seine Bedeutung vor allem dem Chorherrenstift, das Markgraf Ottokar III. von Steier 1163 an der 1149 von Bischof Roman von Gurk geweihten Kirche St. Thomas im Walde gründete. Die Neugründung wurde vom Salzburger Domstift aus besiedelt. Dessen zweiter Propst, Bernhard, dürfte auch den Markt Vorau gegründet haben, dessen Kirche St. Ägydius 1202 eingeweiht wurde.

Die geschlossene, verdichtete Kernzone des Ortes Vorau wird von charakteristischen Teilbereichen, wie Platzsituationen (Rathausplatz, Griesplatz) und Straßenzügen, die das Ortsbild entscheidend prägen (Hauptstraße, Berggasse, Straße in Richtung Kreuzkirche, Drei Mühlen-Weg, Spitalstraße und Kreuzbergweg) gebildet.

Ein Großteil dieser Kernzone wurde im 2. Weltkrieg zerstört, ein Grund, weshalb die historische Siedlungsentwicklung in ihrer formalen Ausprägung, die vor 1900 in Vorau stattgefunden hat, nur an wenigen Gebäuden nachvollziehbar ist. Die entscheidende, den Ortskern prägende Verbauung erfolgte allerdings erst um die Jahrhundertwende und im ersten Viertel des 20. Jhs..

Einer der reizvollsten Aspekte in dieser Kernzone ist der Kontrast zwischen der Dachlandschaft mit ihrem schönen Erscheinungsbild einer fast geschlossenen, alten Ziegeldacheindeckung und dem charakteristischen Ortsgrün. Der öffentliche Park mit seinem Laub- und Nadelholzbestand, die mächtigen Kastanienbäume am Rathausplatz, der stark prägende Nadelholzbewuchs entlang des Voraubaches, Grünzonen, die bis an die Straße heranreichen (Spitalstraße) und der dichte Baumbestand an der Ortseinfahrt (Wienerstraße oder Bahnhofstraße), der fast einen "Stadttorcharakter" aufweist, sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Kernzone. Auffallend ist das starke Geländegefälle, das sich vor allem im Bereich der Hauptstraße besonders prägnant auf das Ortsbild auswirkt.

Ein historisch besonders wertvoller Bereich ist jener, der vom Chorherrenstift Vorau mit allen dazugehörenden Wirtschafts- und Nebengebäuden gebildet wird. Nachdem er einige Male durch Brände zerstört wurde, präsentiert er sich heute in einer hochbarocken Form, wobei auch die Nebengebäude, wie das kleine Gartenhaus-Gebäude im Bereich der heutigen Gärtnerei, ein barockes Erscheinungsbild aufweisen.

Eine mächtige unter Denkmalschutz stehende Lindenallee säumt die Zufahrtsstraße zum Stift, die damit zu einem dominanten Merkmal der Schutzzone wird.

Das Schutzgebiet umfasst

  • den historischen Ortskern
  • den Stiftsbereich
  • Krankenhaus und Schulen
  • der Bereich Vorauer Straße/Puchegg


Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

 

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).