Bau und Umwelt

ORTSBILD ADMONT

Rechtskräftiges Ortsbildschutzgebiet

VO-Datum LGBl.Nr. Stück Jahr Verlautbarung
22.11.1982 86 28 1982 28.12.1992

Unweit des Einganges in das Gesäuse liegt der Markt Admont mit seinem berühmten Benediktinerstift. Bereits 859 n.Chr. wird das Tal der Enns urkundlich als "Ademondi vallis" erwähnt. Auf dem Schenkungsgut der Hl. Hemma von Gurk, der Gräfin von Friesach-Zeltschach, erbaute Erzbischof Gebhard von Salzburg ein Kloster, das 1074 zu Ehren der Hl. Maria und des Hl. Blasius eingeweiht wurde. Diese erste Anlage war vermutlich aus Holz. Admont ist das älteste Männerkloster in der Steiermark und wurde von Mönchen aus St. Peter in Salzburg gegründet.

 

Admont ist eine langgezogene Straßensiedlung vor der Benediktinerabtei am Fuße der Eisenerzer- und Ennstaler Alpen auf einem Schwemmkegel in der breiten Ebene des mittleren Ennstales. Der Ort wird 1434 unter dem Namen "in der Zeil" erstmals genannt und erhielt 1443 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht. Da mit einem Klosterbrand 1865 auch der größte Teil des Marktes vernichtet wurde, sind nur mehr wenige ältere Wohnhäuser erhalten, so z.B. das Hofrichterhaus mit dem als Gerichtssaal dienenden großen Saal. Charakteristisch sind weiters bemerkenswerte Haufenhöfe, das "Hühnerspital" als altertümliches Gebäude mit hohem Walmdach, sowie das zum 1120 gegründeten ehemaligen Nonnenkloster gehörende modernisierte "Lürzerhaus".

 

Das Orstbild wird von der am Südostrand des Ortskernes liegenden Benediktinerabtei dominiert, einer weitläufigen Anlage, in der das monumentale Stiftsgebäude und die dem Markt zugewandte neugotische Stiftskirche vorherrschen. Die Gebäude des Marktes, die sich vorwiegend entlang der Straße konzentrieren, treten demgegenüber im Erscheinungsbild eher zurück. Der dreieckige, mit Bäumen bepflanzte Marienpark und andere Grünflächen im Ort dienen der Ergänzung von Alleen, der Raumbildung und der Überleitung von Bauten in den Freiraum. Im Bereich nördlich der Enns existieren noch kleine Gehöfte, welche als letzte Zeugnisse der alten bäuerlichen und kleingewerblichen Siedlungsform erhalten sind.

 

Die Abgrenzung des Schutzgebietes im Süden umfasst die Einfahrtssituation mit der von der Kaiserau kommenden Straße. Im Osten reicht das Schutzgebiet bis zur villenartigen Verbauung des Gebietes um den Bahnhof Admont. Dieser Bereich war vor allem wegen der bemerkenswerten gründerzeitlichen Fassaden einzubeziehen. Unter Ausschließung einer Gruppe neu erbauter Wohnhäuser - begrenzt von einer markanten Allee und der den Klostergarten umgebenden Mauer - verläuft die Grenze zur Enns zurück. In das Schutzgebiet sind somit der historische Ortskern und die für das Ortsbild wesentlichen Bauten einbezogen.

 

Quelle: G. Axmann, K. Gartler & U. Werluschnig, 1994, Ortsbildschutz Steiermark 1977-1994

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