Klimaregion Lamingtal

D.11 Lamingtal mit Tragöß

 

Begrenzung
Im Süden hat diese Zone Kontakt mit der Zone D.8 (Murtal bis Bruck), im Westen wird es von der Zone D.10 (Trofaiach) und im Osten von der Zone D.13 (Aflenzer Becken) begrenzt.

Charakteristik
Das Lamingtal stellt eines der bedeutendsten Seitentäler der Mürz rechtsufrig dar, weshalb es als eigene Zone definiert wurde. Außerdem endet das Tal mit einem prägnanten Talschluss, dem Talbecken von Tragöß.

Als wichtiges Charakteristikum des Klimas im Lamingtal ist die recht gute Durchlüftung erwähnt; allerdings ist bei Strahlungswetterlagen mit Kaltluftrückstau vom Mürztal her und mit Hochnebel zu rechnen, der weit bis ins Lamingtal hineinreicht, nicht selten bis Tragöß selbst.

Beim Klima im Lamingtal handelt es sich um ein mäßig winterkaltes nur mäßig sommerwarmes, leicht kontinental gefärbtes Talklima mit eigenbürtigem Talwindsystem, das allerdings häufig in der 2. Nachthälfte durch den Rückstau vom Hochnebel im Mürztal unterdrückt wird. Es ist relativ arm an Talnebel, der Einfluss des Hochnebels kann jedoch als stark bezeichnet werden, sodass in der 1. Nachthälfte oft Bodeninversionen, in der 2. dann freie Inversionen beobachtet werden.

Besonderheit
Dabei ist ein Phänomen zu beobachten, dass sich kalte Luft vom Tragößer Becken talauswärts bewegt und unter die Hochnebeldecke schiebt, in der etwas wärmere Luft talaufwärts strömt. Nähere Untersuchungen dazu fehlen allerdings bis jetzt.

Wind
Im Norden stellt das Hochschwabmassiv eine beträchtliche Barriere für die Strömungslagen aus dem Sektor W bis N dar. R. Klein hat 1909 schon in seiner Studie darauf hingewiesen, dass es sehr häufig Nordföhn in Tragöß gäbe. In der Tat dürfte es an mehr als 100 Tagen Fallwinde geben, die jedoch häufig mit Regen- und Schneeschauern durchsetzt sind und im strengen Sinne nicht als Föhn gerechnet werden können.

Niederschlag
Hinsichtlich des Niederschlages weist Tragöß weitaus weniger Niederschlag auf als die Luvseite des Hochschwab (1400-1500 mm); im Jahr sind es 1000 mm, wobei auf den Jänner noch 53 mm (über den Kamm übergreifende Schnee- und Regenschauer) fallen, im Juli 157 mm. Die Zahl der Tage mit Schneedecke erreicht 100 bis 110 d/a.

Hinsichtlich der übrigen Parameter gelten die Aussagen der Zone D.10.

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