Klimaregion Totes Gebirge

H.2 Totes Gebirge

 

Charakteristik
Einen wichtigen Teil der nördlichen Kalkalpen der Steiermark treffen wir im Toten Gebirge an. Es überwiegt dabei deutlich der Plateaucharakter, wie er für Kalkstöcke typisch ist. Verschiedene Niveaus, insbesondere jenes um 1900 m bis 2000 m, dem dann Kuppen aufgesetzt sind, beherrschen das Landschaftsbild, in dem wir Dolinen, Kare und Seen (z.B. Steirersee) vorfinden.

Temperatur
Am Steirersee wurden auch Temperaturuntersuchungen durchgeführt, wobei sich herausstellte, dass bei Gefrornis sehr tiefe Minima bis knapp unter -40 °C registriert werden; aber auch schon in der Mitterndorfer Senke wurden an einer exponierten Stelle (Grubegg) Minima deutlich unter -30 °C gemessen. Die Ursachen liegen zumeist in der Geländeform (markantes Becken, Doline) und im Schneereichtum. Der Schnee wirkt dabei isolierend für den Bodenwärmestrom.

Das Klima selbst weist auch thermisch einen maritimen Charakter auf - mit geringer Jahres- und Tagesamplitude der Temperatur (Hollhaus 1600 m: Jänner -5,4 °C, Juli 10,7 °C; Amplitude 16 K gegenüber 21-22 K in den Talsohlen des Murtales; mittlere aperiodische Tagesschwankung 7 K).

Im Jahresgang ist das sekundäre Maximum im Winter (Dez.) erwähnenswert, was die maritimen Klimazüge noch unterstreicht.

Niederschlag
Die Hochlagen zeichnen sich durch überaus hohe Niederschläge aus, wobei die Station Altaussee schon in ca. 850 m Seehöhe 2088,6 mm erzielt, wodurch im Niveau um 2000 m durchaus Mengen von 3000 mm wahrscheinlich sind. Genaue Daten fehlen wegen des Einflusses des Windes und der Messproblematik in dieser Höhe.

Bekannt ist der Schneereichtum. Liftanlagen in diesem Raum, wie etwa auf der Tauplitzalm genießen den Vorteil der großen Schneesicherheit. In 1600 m Seehöhe werden immerhin 218 d/a mit Schneedecke registriert.

Die Zahl der Tage mit Nebel ist sehr hoch entsprechend der Tatsache, dass es sich um ein Gebiet mit Nordstau 1. Ordnung handelt, wo aufliegende Bewölkung eine sehr häufige Erscheinung darstellt (Krippenstein 62,2 d/a). Das Klima ist aus bioklimatischer Sicht als durchaus reizstark zu bezeichnen, vor allem im Winter; infolge der starken Bewölkung (Altaussee 6,8 Zehntel) sind die Verhältnisse bezüglich der relativen Sonnenscheindauer recht ungünstig (teilweise unter 40 %); die beste Jahreszeit für Wanderungen ist der Herbst, wo auch die höchsten Werte der relativen Sonnenscheindauer erzielt werden (Krippenstein bis 50,3 % im Oktober).

Wind
Die mittleren Windgeschwindigkeiten bewegen sich zwischen 3 und 5 m/s, in Kammlagen aber auch darüber. Wichtig ist im Jahresgang das Wintermaximum und das Sommerminimum, wobei die Amplitude mit der Höhe zunimmt (z.B. Krippenstein in 2050m: 4,5 m/s im Februar, 2,4 m/s im August).

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